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Übernahme von Allergan : Die Botox-Aktie macht einen Sprung

Auch Botox kann seit vier Jahren die Falten im Allergan-Kurs nicht überdecken. Bild: ddp

Die Rheuma-Bekämpfer von Abbvie kaufen die Faltenpfleger von Allergan. Beide Aktienkurse reagieren heftig - und bei allem sind die Anleger noch vorsichtig.

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          Wenn ein börsennotiertes Unternehmen ein anders kauft, ist das Reaktionsmuster an der Börse oft ähnlich. Der Kurs des gekauften Unternehmens steigt, weil die Aktie in der Regel höher bewertet wird als zuvor. Der Kurs des übernehmenden Unternehmens aber fällt, weil der Zukauf ja erst einmal eine Menge Geld kostet.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Meist sind die Reaktionen moderat. Im jüngsten Fall kann man dies allerdings nicht sagen: Um satte 27 Prozent steigt am Dienstag der Kurs des Pharmazie-Unternehmens Allergan, bekannt vor allem als Hersteller von Botox.

          Der Käufer Abbvie, eine Abspaltung des von Abbott Laboratories muss dagegen mit ansehen, wie sein Aktienkurs um 15 Prozent fällt. Während damit der Allergan-Kurs auf ein Sieben-Monats-Hoch steigt , fällt der von Abbvie auf ein Zwei-Jahres-Tief.

          Abbvie bietet für eine Allergan-Aktie immerhin rund 178 Dollar, 0,866 AbbVie-Aktien und 120,30 Dollar in bar, was damit 45 Prozent über dem Börsen-Schlusskurs vom Montag liegt. Zuletzt lag dieser im vergangenen Oktober auf diesem Niveau.

          ALLERGAN

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          Daher gilt die Übernahme auch als vergleichsweise günstig: Vor wenigen Jahren hatte Pfizer die irische Allergan noch für 160 Milliarden Dollar übernehmen wollen. Abbvie zahlt nun 63 Milliarden. Im April 2016 blies Pfizer den Zukauf aber ab. Man hatte den Unternehmenssitz nach Irland verlegen wollen, um Steuern zu sparen, aber eine neue Gesetzgebung schob dem einen Riegel vor.

          Nur die Anleger scheinen dem Braten nicht ganz zu trauen. Denn zum aktuellen Kurs von rund 164 Dollar wird die Allergan-Aktie mit einem Abschlag von fast 8 Prozent auf das Angebot gehandelt. Damit wird ein recht hoher Sicherheitsabschlag eingepreist. Nicht zu Unrecht, war das Angebot doch am Vorabend noch rund 10 Dollar mehr wert.

          Und angesichts der Tatsache, dass die Abbvie-Aktie ihre gesamten Kursgewinne seit Mitte 2017 jetzt abgegeben hat, stimmt das nicht hoffnungsfroh, dass das Angebot noch dieselbe Werthaltigkeit hat, wenn die Allergan-Aktionäre ihre neuen Aktien einmal eingebucht bekommen.

          ABBVIE

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          Obendrein hoffen beide Konzerne, ihre längerfristigen Probleme zumindest vorerst abmildern zu können. Das Geschäft von Abbvie hängt bislang stark vom Umsatz mit dem Rheuma-Mittel Humira ab. Allergan ist breiter aufgestellt. Das ist für AbbVie wichtig, vor allem weil etwa in der Europäischen Union der Patentschutz für Humira schon ausgelaufenen ist.

          Obwohl Allergan ein größeres Produktsortiment hat, ist auch hier vor allem das Anti-Falten-Mittel Botox der Verkaufsschlager. Und während die Notierung von Abbvie immerhin Ende 2017 einen Höhenflug erlebte, fällt der Allergan-Kurs seit nunmehr vier Jahren.

          Abbvie verspricht sich von dem Deal hohe Synergien, die im dritten Jahr nach dem Zusammenschluss mindestens zwei Milliarden Dollar zum Gewinn vor Steuern beitragen sollen. Zudem würden die Konzerne ihre Position auf dem Markt für kosmetische Arzneimittel ausbauen. Gemeinsam kämen Abbvie und Allergan im laufenden Jahr den Angaben zufolge auf einen Umsatz von 48 Milliarden Dollar. Die Transaktion soll Anfang 2020 vollzogen werden - sofern die Allergan-Aktionäre und die Aufsichtsbehörden zustimmen.

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