https://www.faz.net/-gv6-7lqsm

Turbulenzen am Devisenmarkt : Türkische Zentralbank ruft wegen Wechselkursverfall Sondertreffen ein

  • Aktualisiert am

Steht hoffentlich nicht im Regen: Türkische Zentralbank Bild: REUTERS

Die türkische Zentralbank hat wegen des Kursverfalls der heimischen Währung eine Sondersitzung einberufen. Das Ergebnis soll noch am Dienstagabend bekanntgegeben werden.

          Wegen des anhaltenden Verfalls der Lira hat die türkische Zentralbank ein Sondertreffen einberufen. Die Zentralbank teilte am Montag mit, ihr Geldpolitik-Komitee werde am Dienstagabend notwendige Maßnahmen für Preisstabilität beschließen. Entscheidungen würden in der Nacht zu Mittwoch bekanntgegeben.

          Dabei sollen „die jüngsten Entwicklungen bewertet und die notwendigen Schritte für den Erhalt stabiler Preise eingeleitet werden“. Experten gehen davon aus, dass der Leitzins kräftig angehoben wird. Ökonom Timothy Ash von der Standard Bank rechnet mit einem „aggressiven“ Zinsschritt. Derzeit liegt der Zinssatz bei 4,5 Prozent.

          Die Türkische Lira verlor Medienberichten wertete den elften Tag in Folge ab und fiel am Montag auf ein Rekordtief von 2,39 gegenüber dem Dollar. Seit Jahresbeginn betragen die Verluste zum Dollar etwa neun Prozent. Zum Euro fiel die Lira auf ein Allzeittief von 3,1669 Lira. Seite Ende November hat die Lira um mehr als 15 Prozent und damit noch etwas stärker als zum Dollar abgewertet.

          Aus Furcht vor einer raschen Straffung der amerikanischen Geldpolitik und einem erlahmenden Aufschwung der Weltwirtschaft ziehen sich Anleger momentan aus der Türkei und anderen Schwellenländern zurück. Hinzu kommen in der Türkei noch die im Dezember bekanntgewordenen Korruptionsermittlungen gegen Regierungsmitarbeiter, die den seit elf Jahren amtierenden Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Misskredit bringen und das Vertrauen der Investoren erschüttern.

          Finanzexperten sagten nach Medienberichten, die Zentralbank habe am vergangenen Donnerstag rund 3 Milliarden Dollar verkauft, was die Lira aber nicht effektiv gestützt habe. Nach Schätzungen verfüge die Zentralbank über Devisenreserven von etwa 34 Milliarden Dollar (25 Milliarden Euro).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Proteste in Hongkong : Noch bleibt es friedlich

          Hunderttausende marschieren in Hongkong wieder auf den Straßen, um gegen die Regierung in Peking zu demonstrieren. Bislang bleiben die Proteste friedlich – die Angst vor einem Eingreifen des Militärs wächst.
          „Ich habe Mist gebaut. So ist es nun einmal. Fertig“: Uli Hoeneß zu seiner Steuerhinterziehung.

          Präsident des FC Bayern : Hoeneß handelt wieder mit Aktien

          2014 wurde Bayern-Präsident Uli Hoeneß verurteilt, weil er Gewinne aus Finanzgeschäften nicht richtig versteuert hatte. Jetzt ist er wieder an der Börse aktiv – und hat, wie er sagt, seine Strategie geändert.

          Debattenkultur : Meine Meinung

          Neulich erklärte Angela Merkel einem AfD-Politiker, was Demokratie bedeutet. Denn Meinungsfreiheit geht nicht einher mit einem Recht auf Deutungshoheit. Für manche ist das schwer auszuhalten.
          Daniel Cohn-Bendit während einer Europa-Veranstaltung in Paris am 24. Mai dieses Jahres

          Cohn-Bendit im Gespräch : „Nato und EU sind desorientiert“

          Brauchen wir die Nato und die Europäische Union noch? Für den Historiker Gregor Schöllgen sind sie aus der Zeit gefallen, überflüssig. Daniel Cohn-Bendit widerspricht ihm vehement.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.