https://www.faz.net/-gv6-a5g90

Schwarze Liste : Trump verbietet Investitionen in chinesische Unternehmen

  • Aktualisiert am

Plakat in Schanghai: Der Konzern China Mobile steht in Amerika auf einer schwarzen Liste. Bild: Reuters

Das Weiße Haus setzt 31 chinesische Großunternehmen auf eine Schwarze Liste. Anleger und Investoren aus Amerika müssen ihre Beteiligungen nun verkaufen. Die Börsenkurse einiger chinesischer Unternehmen verloren daher deutlich.

          1 Min.

          Die amerikanische Regierung hat Investitionen in chinesische Firmen verboten, die nach ihrer Darstellung dem Militär der Volksrepublik gehören oder von ihm kontrolliert werden. Das Weiße Haus gab am Donnerstag einen entsprechenden Erlass von Präsident Donald Trump bekannt.

          Demnach nutze die Volksrepublik zunehmend amerikanisches Kapital, um die Entwicklung und Modernisierung seiner Militär-, Geheimdienst- und anderer Sicherheitsapparate voranzutreiben. Dies mache es der kommunistischen Partei Chinas weiter möglich, das Staatsgebiet Amerikas sowie amerikanische Streitkräfte im Ausland direkt zu bedrohen.

          Das amerikanische Verteidigungsministerium hatte im Laufe des Jahres eine Liste von 31 chinesischen Firmen erstellt, die nach seiner Darstellung vom chinesischen Militär unterstützt werden. Ab dem 11. Januar sollen durch den neuen Erlass unter anderem Investmentfirmen davon abgehalten werden, Aktien wichtiger chinesischer Konzernen zu kaufen oder verkaufen.

          Betroffen wären etwa die Telekommunikationsunternehmen China Telecom, China Mobile oder der Überwachungskamerahersteller Hikvision. Die in den Vereinigten Staaten notierten Titel von China Mobile fielen nach der Ankündigung im Verlauf um vier Prozent, Papiere von China Telecom verloren mehr als sechs Prozent.

          Die Vereinigten Staaten und China liegen bei mehreren Themen über Kreuz. Der noch amtierende Präsident Donald Trump hat amerikanischen Unternehmen zudem Geschäfte mit chinesischen Unternehmen verboten, die von seiner Regierung mit dem Militär des Landes in Verbindung gebracht werden. Konkrete Namen von Unternehmen wurden zunächst nicht genannt.

          Trumps Regierung war bereits gegen chinesische Unternehmen vorgegangen, die als Gefährdung für die Sicherheit der Vereinigten Staaten eingestuft wurden. Besonders hart war das Vorgehen gegen den Netzwerkausrüster und Smartphone-Anbieter Huawei. Trumps Regierung warnte vor der Gefahr, dass Huawei seine Position in den Mobilfunk-Netzen für Spionage und Sabotage im Auftrag Pekings nutzen könne - das Unternehmen weist die Vorwürfe zurück. Durch die Sanktionen sank auch der Absatz der Huawei-Smartphones im Westen, weil sie ohne vorinstallierte Google-Dienste verkauft werden müssen.

          Weitere Themen

          China, das (un)geliebte Anlegerland

          Scherbaums Börse : China, das (un)geliebte Anlegerland

          Deutsche Privatanleger interessieren sich meist für einheimische Aktien – vielleicht noch für ein paar amerikanische Tech-Werte. China haben dagegen nur wenige auf dem Schirm. Das könnte ein Fehler sein, wie ein Blick auf die aktuelle Lage sowie die Erwartungen für 2021 zeigen.

          Topmeldungen

          Vor dem Krisengipfel : Ruf nach echtem Lockdown wird lauter

          Vor dem Treffen der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten mehren sich Forderungen nach härteren Maßnahmen. Gesundheitsminister Jens Spahn spricht angesichts der neuen Virus-Varianten von „besorgniserregenden Meldungen“.
          Trumps Amtszeit endet am Mittwoch, das Bild zeigt ihn im Juni 2020 während er die Air Force One betritt.

          Vor der Amtsübergabe : Wer auf Trumps Begnadigung hofft

          Der amerikanische Präsident plant zum Abschied eine Reihe von ungewöhnlichen Gnadenakten. Die „New York Times“ berichtet nun von Versuchen interessierter Kreise, sich eine Begnadigung von Donald Trump zu kaufen.
          Armin Laschet im September 2018 ungefähr 1200 Meter unter Tage in der Steinkohlenzeche Prosper Haniel in Bottrop.

          Neuer CDU-Vorsitzender : Der Wirtschaftspolitiker Armin Laschet

          Weniger Bürokratie, nicht „halb grün“, europäische Champions: Wofür der neue CDU-Chef wirtschaftspolitisch steht, hat er als Ministerpräsident schon in wichtigen Einzelfällen gezeigt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.