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Trotz Griechenlandsorge : Deutsche Aktien schließen freundlich

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Bild: F.A.Z.

Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Aufwärtstrend trotz zwischenzeiltich neu aufkeimender Spekulationen über die Haushaltslage Griechenlands fortgesetzt. Anleger lassen sich davon in ihrem Optimismus kaum noch beeindrucken.

          Der deutsche Aktienmarkt hat seinen Aufwärtstrend nach dem verlängerten Osterwochenende trotz zwischenzeiltich neu aufkeimender Spekulationen über die Haushaltslage Griechenlands fortgesetzt.

          Der Dax beendete am Dienstag einen ruhigen Handelstag um 0,27 Prozent höher bei 6252,21 Punkten. Am Morgen war der deutsche Leitindex abermals auf ein neues 18-Monats-Hoch geklettert, zeigte anschließend jedoch über weite Strecken keinen klaren Trend. Für den MDax ging es um 0,90 Prozent auf 8380,20 Punkte nach oben. Der Index markierte kurz vor Handelsende den höchsten Stand seit anderthalb Jahren. Der TecDax gewann 1,56 Prozent auf 838,34 Punkte.

          Der amerikanische Arbeitsmarkt sei „robust“, heißt es optimistisch

          Aktienhändlern zufolge gab der „robuste amerikanische Arbeitsmarktbericht“ vom Karfreitag positive Impulse, auf den wegen der Feiertage erst jetzt reagiert werden konnte. Wieder aufgeflammte Sorgen um die Kreditwürdigkeit Griechenlands bremsten allerdings die frühe Aufwärtsbewegung. Sie seien insbesondere in den auf Rekordniveau gestiegenen Kosten für Kreditausfallversicherungen griechischer Anleihen deutlich geworden, sagte ein Börsianer. Zudem zapfe Griechenland nun wohl auch neue Märkte an und plane eine Dollar- Anleihe.

          Die Papiere von MAN setzten sich mit plus 3,75 Prozent auf 64,69 Euro an die Dax-Spitze. Sie erreichten damit wie der Leitindex ein 18-Monats-Hoch. Börsianern zufolge wirken Aussagen von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch vom Freitag positiv nach. Piëch erhöht auf dem Weg zu einer Kooperation zwischen dem Lastwagenbauer und der schwedischen Volkswagen-Tochter Scania das Tempo. Gefragt waren auch die Vorzüge von Volkswagen selbst - sie kletterten um 1,17 Prozent auf 72,44 Euro. Der Autobauer hatte im März den amerikanische Absatz um 40,9 Prozent gesteigert.

          Anteile von Infineon Technologies verteuerten sich unter den Favoriten des Leitindex um 2,54 Prozent auf 5,291 Euro. Händler begründeten dies mit positiven Analystenkommentaren der Citigroup und von Cheuvreux sowie mit erfreulichen vorläufigen Quartalsaussagen von Samsung. Die größten Verlierer im Dax waren indes die Papiere von Bayer mit minus 2,01 Prozent.

          Im MDax kletterten die Anteile von ProSiebenSat.1 um 3,08 Prozent auf 13,405 Euro. Der Medienkonzern hat nach einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“ für seinen Nachrichtensender N24 eine Reihe von Kaufangeboten erhalten. An der Spitze sprangen die Kurse der Aktien der Aareal Bank um 8,68 Prozent auf 17,850 Euro, im TecDax waren Papiere von Dialog Semiconductor nach Spekulationen um einen iPad-Auftrag mit plus 9,18 Prozent auf 13,025 Euro die größten Gewinner.

          Auch die Börsen in Europa verbuchten Gewinne: Der EuroStoxx 50 ging mit einem Aufschlag von 0,37 Prozent auf 2989,49 Punkte aus dem Handel. In Paris und London schlossen die Börsen ebenfalls fester. In New York zeigten die wichtigsten Aktienindizes zum Börsenschluss in Europa keinen klaren Trend.

          Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 2,80 (Donnerstag: 2,77) Prozent. Der Rentenindex Rex sank um 0,10 Prozent auf 124,85 Punkte. Der Bund Future fiel um 0,47 Prozent auf 122,86 Punkte. Der Referenzkurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte ihn auf 1,3396 (1,3468) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7465 (0,7425) Euro.

          Ölpreis steigt zeitweise über 87 Dollar - 18-Monatshoch

          Der Ölpreis hat am Dienstag ein 18-Monats-Hoch erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg in der Spitze bis auf 87,09 amerikanische Dollar. Zuletzt wurde ein Barrel mit 86,97 amerikanischen Dollar gehandelt. Das waren 35 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Ein Barrel der Nordseesorte stieg um 37 Cent auf 86,28 Dollar. Der Ölmarkt sei derzeit sehr technisch getrieben, sagten Händler. Bemerkenswert sei, dass die Ölpreise trotz eines steigenden Dollars weiter kletterten. Konjunkturdaten aus den Vereinigten Staaten hatten zuletzt die Hoffnung auf eine Erholung der amerikanischen Wirtschaft untermauert und die Ölpreise kräftig in die Höhe getrieben. Allerdings gibt es auch warnende Stimmen. So hält die Commonwealth Bank das hohe Preisniveau am Ölmarkt fundamental nicht für gerechtfertigt. Die Commerzbank sieht vor allem Finanzanleger am Werk. So seien die Netto-Long-Positionen in der Woche zum 30. März stark ausgebaut worden. Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist unterdessen deutlich gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Dienstag kostete ein Barrel (159 Liter) am Montag im Durchschnitt 81,31 amerikanische Dollar. Das waren 1,38 Dollar mehr als am Donnerstag.

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