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Transformationsökonomie : Was in China wirklich läuft

China: Der Große Bruder hat einen immer im Blick. Bild: AP

Chinas harte Eingriffe in die Wirtschaft überraschen nicht. Sie gehören zur langfristigen Funktionsweise des autokratischen Regimes. Deswegen sollte man sich nur auf wenig verlassen. Das spürt nun auch Evergrande.

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          Viele Anleger und Beobachter wundern sich über die jüngsten Entwicklungen in China. Die anscheinende Absicht, den angeschlagenen Im­mobilienentwickler Evergrande fallen lassen zu wollen, ist nur ein Schauplatz von vielen. Das einst so pragmatisch-ka­pitalistisch anmutende Land geht regulatorisch rigoros gegen große Privatkonzerne vor. Aber nicht nur das: Das Computerspielen und Kasinospiel werden be­schränkt, Prominente sollen weniger be­wundert werden. Das Wort Gegenreform macht die Runde und das nicht zu Un­recht. „Chinas politische Agenda be­inhaltet ein heikles Gleichgewicht zwischen Öffnung der Wirtschaft und der Kapitalmärkte und Wahrung der sozialen Stabilität“, schreiben die Anleiheanalysten Hua Cheng und Ian Chen vom Vermögensverwalter AllianceBernstein.

          Martin Hock
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Um die Tragweite dessen zu verstehen, muss man die Funktionsweise des Re­gimes analysieren. Dazu muss man zu­nächst verstehen, was eigentlich ein politisches System ist. Ein solches entsteht immer, wenn Menschen zu einer gegebenen Zeit in einem gegebenen Raum Konflikte lösen müssen. Die Ausgestaltung des Konfliktlösungsmechanismus ist das Regime. Damit ein Regime stabil bleiben kann, muss es einen Output generieren, mit dem es wiederum Unterstützung als Basis für seine Selbsterhaltung schafft. Der Output besteht vor allem in der Be­wältigung der an das Regime gerichteten Forderungen.

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