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Spac-Börsengang : Tonies starten fulminant an der Börse

Der „magische Moment“, wenn die Figur auf die Box kommt: Die Tonies-Gründer Marcus Stahl (54, links) und Patric Faßbender (51) Bild: Marcus Simaitis

Das Geschäft mit den Hörspielfiguren wächst rasant. Nun können sich auch die Anleger in Frankfurt beteiligen. Der Auftakt ist viel versprechend.

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          Asterix könnte der neue Star werden. Zumindest in vielen Büchereien in Bayern. „Die Vorfreude bei uns ist riesig, wenn im Dezember die neue Asterix-Toniefigur kommt“, sagt Stefanie Schregle, die für den Michaelsbund mehr als 1000 öffentliche Büchereien in Bayern mit Neuerscheinungen versorgt. Und da stehen die Tonies ganz oben auf der Wunschliste vieler Kunden. „Die Neuheiten sind immer heiß erwartet“, sagt Schregle. Im November war es die „Eiskönigin 2“, nun Asterix. „Die Zusammenarbeit mit Tonies ist super, auch der ganze Kundenservice“, sagt Schregle. „Die To­nies sind die neue CD.“

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Genau das war der Gedanke, den Marcus Stahl und Patric Faßbender vor acht Jahren hatten: Abspielgeräte wie CD-Player oder MP3s sind nicht gerade kleinkindgerecht. Also haben sich die beiden Familienväter etwas anderes ausgedacht: eine robuste, weichummantelte, handliche Box, auf die Spielfiguren gestellt werden können. Die enthalten einen NFC-Chip, über den die Box weiß, welcher Inhalt abgespielt werden muss. Steht die Figur auf der Box, beginnt das Hörspiel. „Die Magie dieses Moments, wenn die Figur meines Helden auf die Box gestellt wird, der ist unschlagbar verzaubernd“, sagt Faßbender. Millionen Eltern in Deutschland können das bestätigen. Seit Tonies vor fünf Jahren die ersten Tonieboxen und Toniefiguren auf den Markt brachte, gingen allein in Deutschland mehr als zwei Millionen Boxen über die Ladentheke. Insgesamt 25 Millionen Toniefiguren wurden verkauft. Der Siegeszug durch die Kinderzimmer setzt sich längst in Österreich, der Schweiz, Großbritannien, Irland und den Vereinigten Staaten fort, zuletzt kam Frankreich hinzu.

          Das mag Erwachsene erstaunen, die meinen, Musik und Hörbücher würden nur noch rein digital gestreamt, ohne eigenes Medium und erst recht ohne eine Box von 12 Zentimeter Kantenlänge. „Die Haptik, die Motorik sind wahnsinnig wichtig“, sagt Faßbender. Und so klopfen nicht selten Kinder seitlich auf einen CD-Player oder stellen eine Schleichfigur obendrauf, weil sie diese Handgriffe von der Toniebox gewöhnt sind.

          Gewinnmarge von mehr als 30 Prozent geplant

          Wie viel Geld sich damit verdienen lässt, wird dieser Tage deutlich. Der Name Tonies steht von diesem Montag an unter der Kennnummer A3CM2W auf dem Frankfurter Kurszettel. 172 Millionen Euro Umsatz sind für dieses Jahr geplant. Bis 2025 soll das Wachstum auf rund 700 Millionen Euro Umsatz führen, die Gewinnmarge auf dem Heimatmarkt auf mehr als 30 Prozent steigen und im Gesamtunternehmen 16 Prozent betragen.Die Börsianer empfangen das Unternehmen begeistert. In den ersten Handelsminuten als tonies SE schoss der Kurs im frühen Handel zeitweise um mehr als 20 Prozent nach oben, später lag er noch 15 Prozent im Plus.

          Tonies sind kein billiger Spaß. 80 Euro kostet etwa eine Box, 12 bis 15 Euro jede Figur. Wer eine weitere Folge zum Beispiel von Benjamin Blümchen auf eine Figur laden will, zahlt 5 bis 7 Euro. Dazu gibt es nun auch Steiff-Stofftiere mit Hörspielchip intus oder in Amerika auch Lern-Tonies aus Holz. Hier wird mit National Geographic zusammengearbeitet. Auch mit Zubehör wie Kopfhörern oder Regalen für die rund 20 Toniefiguren je Kind verdient das Düsseldorfer Unternehmen Geld. Alles in allem ist die Firma den Börsianern gut eine Milliarde Euro wert. Eine ganze Menge für ein junges Unternehmen, das derzeit noch nicht viel Geld verdient. Doch an der Börse zählt Wachstum, und dass es das liefert, hat das Unternehmen seit Gründungstagen unter Beweis gestellt. Und auch, dass dies am deutschen Heimatmarkt profitabel funktioniert, während der Marktstart in neuen Ländern erst einmal Geld verschlingt.

          Von Beginn an setzt Tonies auf globale Lieferketten. Herz und Verstand sind mit 250 Mitarbeitern in Düsseldorf. Von hier aus wird das Unternehmen gesteuert und über das Design der Figuren und Ideen für Produkte entschieden. Bald aus neuen Räumlichkeiten in einer ehemaligen Druckerei, weil der bisherige Hinterhof für das rasant gewachsene Unternehmen zu klein wurde. Die Computerchips für die Tonies kommen aus Indien, die Boxen aus China, und die Figuren werden in Tunesien hergestellt und handbemalt. Um mehr Sicherheit in den Lieferketten zu haben, wurden in Corona-Zeiten jeweils Zweitproduktionen errichtet, in Malaysia, Ungarn und China. Auch für das Weihnachtsgeschäft, das fast die Hälfte des Jahresumsatzes ausmacht, sagen die Gründer eine hohe Lieferfähigkeit zu.

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