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Tonies an der Börse : Erfolg mit SPAC

  • -Aktualisiert am

Sind den Anlegern viele Millionen Euro wert: Figuren und Boxen des Unternehmens Tonies Bild: Marcus Simaitis [FAZ-Recht:2]

Zum zweiten Mal ist der alternative Weg an die Börse in Frankfurt gelungen. Das ist ein gutes Zeichen für den Finanzplatz.

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          In Deutschland gibt es nur wenige Börsengänge. Seit Jahren ziehen sich mehr Unternehmen von der Börse zurück als neu hinzukommen. Wer Wachstumskapital braucht, findet oft Finanzinvestoren außerhalb der Börse. Das geht schneller, diskreter und unbürokratischer. Das Vehikel des SPACs ist eine Möglichkeit, die Angst der Unternehmen vor dem Börsengang zu mindern. Die Organisatoren des SPACs sammeln Geld ein, kümmern sich um die Börsennotierung und leisten damit wichtige Vorarbeit. Das Unternehmen kann dann in eine fertige Börsenhülle schlüpfen, ohne sich einer längeren öffentlichen Fleischbeschau auszusetzen, wie sie bei klassischen Börsengängen üblich ist.

          IPO steht schließlich für Initial Public Offering, also ein öffentlicher Prozess, in dem sich das Unternehmen mit etlichen Finanzkennziffern darbietet und im Preissetzungsverfahren oft schlecht geredet wird und gelegentlich scheitert. Beim SPAC passiert das hinter verschlossenen Türen. Das Ergebnis muss nicht schlechter sein. Gerade ist mit der Übernahme des Hörspielfigurenunternehmens Tonies durch den SPAC 468 zum zweiten Mal eine Transaktion in Deutschland geglückt. Bisher sieht es nach einer Win-Win-Situation aus. SPACs sind kein Allheilmittel und nicht für alle Unternehmen geeignet. Aber diese Form des Wegs an die Börse als Alternative anzubieten und mit Leben zu füllen, ist ein Gewinn für die Deutsche Börse und sollte nicht nur in London, Amsterdam oder New York stattfinden.

          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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