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Thomas Cook : Hedgefonds könnten an Pleite verdienen

  • Aktualisiert am

Schlaglicht: Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat Insolvenz angemeldet Bild: Reuters

Die Pleite des Reiseveranstalters wirft ein Schlaglicht auf Unternehmensanleihen. Während Gläubiger Geld verlieren, könnten Investoren profitieren, die sich mit Kreditausfallversicherungen eingedeckt haben.

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          Der insolvente Reiseveranstalter Thomas Cook hat seine Geschäfte unter anderem mit Hilfe von Anleihen finanziert, deren Gläubiger nun ihr Geld oder große Teile davon nicht wieder sehen dürften. Profitieren können in dieser Situation dagegen jene, die sich gegen eine Pleite abgesichert oder gezielt darauf spekuliert haben.

          Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg treffe das auf Hedgefonds wie Sona Asset Management und Xaia Investment zu. Die Fonds sollen demnach rund 250 Millionen Euro an der Pleite verdienen, da sie in Kreditausfallversicherungen (CDS) auf Anleihen von Thomas Cook investiert haben sollen. Der Preis dieser CDS ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen, während die Kurse der Anleihen von Thomas Cook wegen der Probleme des Unternehmens gefallen sind.

          Wie sehr die Hedgefonds von der Pleite profitieren, kommt auf ihre Strategie an. Manche Hedgefonds setzen gezielt auf die Wertpapiere in Not geratener Unternehmen. Dazu hätten sie auf einen Kursverfall der Aktien wetten oder in die Kreditausfallversicherungen investieren können. Defensivere Hedgefonds dagegen kaufen die Ausfallversicherungen, um ihre Anleiheinvestments vor einer Pleite zu schützen. Sie hätten dann unterm Strich wenig von dem Ausfall, weil sie gleichzeitig die Verluste durch die Anleihe verdauen müssten. „Es ist sicher eine Erleichterung für die Hedgefonds, dass Thomas Cook eine Insolvenz beantragt hat“, zitiert Bloomberg den Anleiheanalysten Marc Pierron von Spread Research aus Lyon. Ein Problem wäre es für die Investoren geworden, wenn die Anleihen in Aktien umgewandelt worden wären. Denn in diesem Fall hätten die Kreditausfallversicherungen keine Zahlungen geliefert.

          Es wurde kein Wertpapier gefunden!

          Ganz unabhängig vom Fall Thomas Cook könnte das Risiko für Anleiheinvestoren steigen. „An den Anleihemärkten droht eine weltweite Welle von Kreditausfällen und Rating-Abstufungen“, sagt Daniel Kerbach, Chief Investment Officer bei Merck Finck Privatbankiers. Bislang jedoch halte die lockere Geldpolitik der Notenbanken die Kreditausfallraten künstlich niedrig. Doch das dürfte aus Sicht von Kerbach bald vorbei sein. Seit rund einem Jahrzehnt hätten Unternehmen auf der ganzen Welt immer mehr Fremdkapital am Kapitalmarkt aufgenommen. So habe sich das global ausstehende Anleihevolumen von Unternehmen außerhalb des Finanzsektors von 2008 bis 2018 auf 13 Billionen Dollar verdoppelt. In den kommenden drei Jahren würden vier Billionen Dollar an Rückzahlungen fällig, was etwa der Bilanzsumme der amerikanischen Notenbank entspreche. Angesichts der steigenden Verschuldung sei die sinkende Qualität der Schuldner das Problem.

          Die Ratingagentur Moody‘s hatte im Juli unter anderem zwei Anleihen von Thomas Cook herabgestuft. Die beiden Wertpapiere im Volumen von 750 und 400 Millionen Euro wären in den Jahren 2022 und 2023 fällig geworden. Anlass für die Herabstufung war des Plan des Großaktionärs Fosun zur Rettung des Unternehmens, wonach unter anderem Anleihen in Aktien umgewandelt worden wären. Das hätte laut Moody‘s einen Ausfall der Anleihen bedeutet. Die Wertpapiere waren führte Moody‘s allerdings auch schon vor ihrer Herabstufung in einer unteren Ratingklasse, in der Ausfälle wahrscheinlich sind und in der eine Anlage spekulativ ist.

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