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Tesla sei Dank : Fünfter Nasdaq-Rekord in einem Monat

Ein Tesla Model 3 aus dem neuen Werk in Schanghai Bild: Reuters

Technologieaktien im Aufwind: Zum fünften Mal stellt der Nasdaq-100 in diesem Monat einen Rekord auf, während der Dow Jones und die Industriewerte darben. Doch ganz so schwarz-weiß ist die Sache nicht.

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          Weiter sind es die Technologieaktien, die den Weg der Aktienkurse nach oben prägen. Selten zeigte sich das so deutlich wie am Montag an der Wall Street. Während der traditionsreiche Dow-Jones-Industiral-Average-Index in dem zwar etwa auch Apple, Microsoft oder Cisco Systems enthalten sind, um 0,3 Prozent nachgab, stieg der Nasdaq-100-Index um 1 Prozent auf 11.129 Punkte und markierte damit abermals eine Bestmarke - die fünfte im August, der bisher zwölf Börsentage zählte.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Rund 23 Prozent machen die Technologiewerte im Dow Jones aus, davon entfallen mehr als 16 Prozentpunkte auf Apple und Microsoft. Im Nasdaq-100 machen Technologie einschließlich Telekommunikation knapp zwei Drittel des Index aus.

          Das vergleichsweise geringe Gewicht der Technologiewerte im Dow Jones ist auch das Resultat einer anderen Gewichtungsmethodik. Der 1896 kreierte, altehrwürdige Dow Jones gewichtet Aktien nach ihrem Kurs. Würde er dies nach Marktkapitalisierung tun, so läge das Gewicht bei gut 47 Prozent.

          Unter diesen Umständen kann nicht überraschen, dass der breit gefasste S&P-500-Index (ebenfalls ein nach Marktkapitalisierung gewichteter Index) 0,3 Prozent auf 3381 Punkte zulegte, und damit zwischen den beiden anderen Börsenbarometern landete.

          NASDAQ 100

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          Es ist also doch nicht alles so schwarz-weiß an der Wall Street. Denn es waren am Montag auch just nicht die Technologiewerte, die im Dow Jones für Auftrieb sorgten. Microsoft gewannen zwar 0,7 Prozent, dafür gaben Apple 0,3 Prozent ab.

          Während Microsoft damit den Dow Jones um 9,5 Punkte nach oben zog, drückte ihn Apple um 8,2 Stellen und insgesamt kosteten die Technologiewerte den Dow am Montag sieben der 86 Punkte, die der Index verlor.

          Den Nasdaq-100 zogen da ganz andere Werte nach oben, allen voran Tesla, mit einem Gewicht von 2,7 Prozent immerhin der siebtschwerste Bestandteil des Börsenbarometers. Mit einem Aufschlag von mehr als 11 Prozent stieg der Kurs auf ein Rekordhoch von 1836 Dollar. Immer noch profitiert er von der Aussicht auf einen Aktiensplit, was die Aktie Kleinanleger wieder interessanter machen würde, die einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Bergfahrt des Kurses haben.

          Was hier ein ungutes Gefühl hinterlässt, ist die Tatsache, dass am vergangenen Freitag auch der bisherige Pessimist John Murphy von der Bank of America sein Anlageurteil von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft hat. Tesla könne dank der Kurssteigerungen lukrative Kapitalerhöhungen durchführen, mit denen sich beschleunigtes Wachstum finanzieren lasse. Er blickt zwar weiter fundamental skeptisch auf die Aktie, äußerte aber den Glauben, dass die Wachstumsgeschichte sie dennoch weiter stützen werde.

          Tesla

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          Aber auch wenn Apple nachgaben - nur 31 von 103 Werten des Nasdaq-100 schlossen im Minus, darunter nicht zuletzt Nicht-Technologiewerte wie der Einzelhändler Walgreens Boots, der Energieversorger Exelon oder die Hotelkette Marriott, aber auch vom Glück derzeit nicht-begünstigte Internet-Aktien wie booking.com

          Und zu den am meisten gefragten Aktien gehörten auch nicht nur Technolgiewerte. Die größten Aufschläge im S&P-500-Index mit 7 bis 9 Prozent verzeichneten der Textilkonzern L-Brands, der Bergbaukonzern Newmont und General Motors.

          Investoren rissen sich auch weiter um die Aktien des Tübinger Impfstoffentwicklers Curevac. Deren Kurs stieg um 38 Prozent auf 77,20 Dollar. Am ersten Handelstag am Freitag hatte sich der Preis schon auf 55,90 Dollar verdreifacht. Curevac-Chef Franz-Werner Haas hatte am Wochenende eine beschleunigte Zulassung für seinen Corona-Impfstoffkandidaten nicht ausgeschlossen, der sich zur Zeit erst in der Phase I der Tests befindet.

          Heißen will das gar nichts: Während fast zwei Drittel der Projekte die Phase I überleben, wird nur etwa jedes zehnte am Ende zugelassen, 42 Prozent scheitern noch in Phase III,

          Was nun den deutschen Aktienmarkt am Montag betrifft, so wird dieser knapp behauptet erwartet, nicht zuletzt angesichts einer im Wesentlichen unveränderten Tendenz des Terminhandels auf den S&P-500-Index, die sich aber am Morgen eingetrübt hatte. Vielleicht liegt das daran, dass es in Deutschland einfach zu wenig Technologieaktien gibt.

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