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Nasdaq im Minus : Tesla-Einbruch zieht Technologiebörse nach unten

  • Aktualisiert am

Tesla Model X auf einer Automesse in China Bild: EPA

Stehen die hoch bewerteten Tech-Aktien vor einer Korrektur? Die Börsen in New York melden sich mit Verlusten nach dem handelsfreien Feiertag zurück – wobei Tesla besonders tief fällt. Die schlechtere Stimmung färbt auch auf Europa ab.

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          Die New Yorker Börse startet nach dem verlängerten Wochenende mit starken Verlusten. Der technologieaffine Index Nasdaq 100 verzeichnete nach dem Handelsbeginn ein Minus von mehr als 3 Prozent. Stärkster Verlierer war die Tesla-Aktie mit einem tiefen Einbruch von rund 15 Prozent. Der Dow Jones Industrial lag rund 1,5 Prozent im Minus.

          Schon in der vergangenen Woche hatten die zuvor noch von Rekord zu Rekord geeilten amerikanischen Aktienmärkte mit Rückschlägen zu kämpfen gehabt. Marktbeobachter erwarten Korrekturen insbesondere bei den hoch bewerteten Tech-Werten wie Amazon, Google, Apple oder Facebook. Auch der Elektroautopionier Tesla verzeichnete schon am Freitag deutliche Verluste, weil er nicht in den Börsenindex S&P 500 aufgenommen worden war.

          Teslas Aktienkurs dürfte zusätzlich darunter leiden, dass der Rivale Nicola heute eine weitreichende Zusammenarbeit mit dem Autokonzern GM angekündigt hat. Inmitten dieser Ereignisse hat Tesla zudem am Dienstag den Abschluss einer milliardenschweren Kapitalerhöhung verkündet. Offenbar hat Gründer Elon Musk wieder einmal Gespür für den richtigen Moment bewiesen, indem er seine Finanzchefs Anlegergeld auf dem Höchststand des Aktienkurses einsammeln ließ.

          Rückkehr der Brexit-Sorgen

          Aus Furcht vor einem ungeordneten Brexit und einem anhaltenden Ausverkauf bei den amerikanischen Technologiewerten ziehen sich Anleger auch in Europa aus den Aktienmärkten zurück. Dax und Euro Stoxx 50 fielen am Dienstag um jeweils mehr als ein Prozent auf 12.902 und 3253 Punkte.

          Börsianer hatten gespannt auf die Wiedereröffnung der Wall Street nach einem verlängerten Wochenende gewartet. „Das ist eine wichtige Sitzung“, sagte Anlagestratege Jim Reid von der Deutschen Bank. Denn dies sei der erste volle Handelstag, an dem Investoren auf die Nachricht reagieren könnten, dass die japanische Beteiligungsfirma Softbank am Terminmarkt mit Milliardenbeträgen auf amerikanische Technologiewerte gesetzt hatte, um Geld aus Anteilsverkäufen vorübergehend anzulegen.

          Ein weiterer Belastungsfaktor für die Börse seien die Überlegungen der Vereinigten Staaten, die Einfuhr chinesischer Baumwolle zu verbieten, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Parallel dazu brachte Präsident Donald Trump eine Entkoppelung der beiden weltweit größten Volkswirtschaften wieder ins Gespräch. Dies werde von Investoren aber eher als Wahlkampfgetöse abgetan, sagte Anlagestratege Chris Bailey vom Vermögensberater Raymond James.

          Pfund und Ölpreis auf Talfahrt

          Am Devisenmarkt flog das Pfund Sterling aus zahlreichen Depots. Die britische Währung fiel um jeweils ein knappes Prozent auf 1,3044 Dollar und 1,1053 Euro, da der britische Premierminister Boris Johnson angeblich Teile der Scheidungsvereinbarung mit der EU untergraben will. „Dies hätte zur Folge, dass die gesamte Übereinkunft ungültig würde“, warnte Analyst Salah-Eddine Bouhmidi vom Brokerhaus IG. Damit droht zum Jahresende ein ungeordneter Austritt Großbritanniens aus der EU mit wirtschaftlichen Schäden auf beiden Seiten des Ärmelkanals. „Johnson spielt mit dem Feuer und riskiert die Zukunft des Vereinigten Königreichs“, sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade.

          Abwärts ging es zudem für den Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um knapp vier Prozent auf 40,43 Dollar je Barrel (159 Liter). Drohende Rückschläge bei der Konjunkturerholung durch steigende Corona-Fallzahlen bereiteten Anlegern Sorge, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. „Die Nachfrage wird wohl nicht so schnell zurückkommen wie erwartet und über den Herbst für weiter fallende Preise sorgen.“

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