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Scherbaums Börse : Die Glaubenssache Tesla

  • -Aktualisiert am

Tesla-Ladestation in Ulm-Seligweiler Bild: MIS

Tesla wurde an der Börse lange Zeit ebenso belächelt wie die Fahrzeuge des Elektroautopioniers. Inzwischen aber liefert Elon Musk. Doch wie lange kann der Vorsprung gehalten werden?

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          Jahrelang bemängelten Investoren an Tesla, dass der kalifornische Elektrowagenbauer nicht profitabel arbeiten würde. Seine Gewinne verdanke er höchstens durch dem Verkauf von Umweltzertifikaten an andere Automobilhersteller, die auf diese Weise die Umweltrichtlinien für ihre Flotten einhielten. Das eigentliche Geschäft, die Produktion und der Verkauf von Elektroautos, galt als wenig bis gar nicht profitabel. Die Zeiten haben sich radikal geändert.

          In der Auto-Branche blickt man inzwischen mit einer gehörigen Portion Neid auf den viele Jahre belächelten amerikanischen Konzern. Im abgelaufenen Geschäftsquartal (per Ende März) erzielte Tesla einen operativen Gewinn von 3,6 Milliarden Dollar, bei Umsatzerlösen von 18,8 Milliarden Dollar. Unterm Strich ergab das eine operative Marge von 19,2 Prozent. Gegenüber dem Vorquartal bedeutete dies einen Zuwachs um 4,5 Prozentpunkte. Damit gehört Tesla zur absoluten Spitzenklasse in der Autobranche.

          Tesla zeigt es den Kritikern

          Im Vorjahr konnte laut einer Studie des CAR-Center Automotive Research lediglich der Sportwagenhersteller Ferrari den amerikanischen Autobauer in Sachen Profitabilität schlagen. Laut der Studie lag der operative Gewinn (EBIT) bei Tesla im Vorjahr bei 10.356 Euro pro Fahrzeug, Ferrari kam auf unglaubliche 80.620 Euro oder 25,2 Prozent. Ungeachtet der Marge von Ferrari hat Tesla es wohl allen Kritikern erst einmal gezeigt, nachdem viele Branchenexperten den Konzern in der Vergangenheit bereits abgeschrieben hatten.

          Christoph Scherbaum
          Christoph Scherbaum : Bild: Christoph Scherbaum

          Zu den jüngsten Ergebnisverbesserungen haben laut Tesla unter anderem die gestiegenen Produktionszahlen beigetragen. Im ersten Quartal 2022 produzierte Tesla 305.407 Autos, während 310.048 Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert werden konnten – und dies trotz weltweiter Lieferkettenprobleme und einiger Werksschließungen in China. Positiv wirken sich ebenso die jüngsten Preissteigerungen aus, während Tesla gleichzeitig die Kosten pro Fahrzeug senken konnte. Im Gegensatz dazu hatte auch der Konzern von Gründer Elon Musk zuletzt mit höheren Material-, Rohstoff- und Logistikkosten zu kämpfen. Offenbar scheint man mit diesen Herausforderungen jedoch besser als die Konkurrenz zurechtzukommen.

          Trotz der jüngsten Erfolge ist Tesla längst nicht am Ziel. Bis 2030 hat Elon Musk eine Jahresproduktion von mehr als 20 Millionen Autos ausgerufen. Außerdem will der Elektroautobauer mit dem autonomen Fahren und den sogenannten Robotaxis in Zukunft zu einem Plattformunternehmen werden und damit so etwas wie das Apple der Automobilbranche.

          Teslas Erfolg wäre vermutlich ohne die Person Elon Musk kaum vorstellbar. In den vergangenen Jahren schaffte er es mit einzelnen Twitter-Nachrichten, den Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe schießen zu lassen. Dank seiner Tesla-Anteile wurde er selbst zum reichsten Menschen auf diesem Planeten. Während er auf der einen Seite ein Segen für den Konzern ist, könnte er eines Tages zur Belastung werden.

          Das hat man bereits im Zuge seines Streits mit der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gesehen. Zuletzt sorgte er mit seiner geplanten Twitter-Übernahme für Schlagzeilen, zu allem Überfluss berichtete das Nachrichtenportal „Business Insider“ dann noch von früheren Belästigungsvorwürfen gegen Musk.

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