https://www.faz.net/-gv6-2ta4

Terroranschlag : Fondsmanager: „So etwas habe ich noch nie erlebt“

  • -Aktualisiert am

Bestürzung über den Anschlag auch bei Fondsmanager Anko Beldsnijder Bild:

Trotz der furchtbaren Situation in Amerika: Fondsmanager müssen ihren Job machen. Und der heißt Bauwerte und Technologie kaufen, Versicherer raus.

          1 Min.

          Bestürzung über den Terroranschlag auf die Vereinigten Staaten auch unter den Fondsmanagern. „Ich bin jetzt 41 Jahre alt und schon einige Jahre in dieser Branche“, erklärt Jürgen Strobach von der PEH Wertpapier AG, „aber so etwas habe ich noch nie erlebt.“ Entsprechend heftig falle die Reaktion an der Börse aus. So makaber das klinge, so Strobach weiter, der grausame Anschlag könne sich unter Umständen als der finale Ausverkauf bei Aktien entpuppen, zu dem sich die Börsianer trotz der seit nunmehr 18 Monaten anhaltenden Rückgangs der Notierungen noch nicht hätten durchringen können.

          Zwar müsse man jetzt sehr genau beobachten, wie sich die Situation weiter entwickeln werde. Andererseits habe der starke Kurseinbruch die Notierungen bei einigen Werten natürlich auf einen seit langem nicht gesehenen Tiefpunkt gedrückt.

          Versicherungen verkaufen

          „Die Finger weglassen sollte man jetzt allerdings von Versicherungsaktien“, glaubt Storbach. „Wer solche Werte noch im Depot hat, dem kann man nur raten: Schleunigst verkaufen.“ Das betreffe natürlich vor allem die amerikanischen Werte, die zudem heute noch nicht einmal gehandelt werden könnten, angesichts der Krisen-Situation in New York. Aber auch die Münchner Rück und die Allianz nennt der PEH-Mann als Verkaufskandidaten.

          Einen Einstiegszeitpunkt sieht der Profi bei Bauwerten und im gesamten Technologiesektor. „Auch wenn jetzt eigentlich nicht der richtigew Moment für solche Überlegungen ist“, so Strobach, „aber man muss sich ja nur einmal ausmalen, welche Investitionen nötig werden, um das alles wieder aufzubauen, was da in kürzester Zeit zerstört worden ist.“

          Zukäufe bei SAP und Lufthansa

          "Eine absolut irreal anmutende Situation", reagiert auch Anko Beldsnijder, Aktienfondsmanager bei Griffin Capital Management, mit Bestürzung auf die Geschehnisse in New York und anderen amerikanischen Städten. Doch auch wenn es in dieser Lage geradezu zynisch wirke, bleibe ihm nicht viel anderes übrig, als seine Arbeit zu tun.

          Dazu gehöre es nun einmal, auf die aktuelle Schwäche im Markt mit selektiven Zukäufen zu reagieren. Beispielsweise in stark gebeutelten Werten wie SAP oder Lufthansa, die aktuell ein Kursminus gut sechs Prozent, im Falle der Lufthansa sogar fast 20 Prozent aufweisen. Ganz sicher ist sich Beldsnijder aber selbst nicht. Schließlich sei die aktuelle Situation so gut wie gar nicht einzuschätzen, auch wenn das Ganze zunächst noch an frühere Krisentage wie etwa die Kuwait-Krise von 1990 erinnert habe.

          Weitere Themen

          Die verwirrende Börsenrally

          Scherbaums Börse : Die verwirrende Börsenrally

          Der Dax klettert weiter in Richtung Allzeithoch, während das Gros der deutschen Konzerne es kaum wagt, wegen der Corona-Krise eine seriöse Prognose für das laufende Jahr abzugeben. Was sollen Anleger von einer solchen Börse halten?

          Lufthansa fliegt aus dem Dax

          Nach 32 Jahren : Lufthansa fliegt aus dem Dax

          Trotz Staatshilfen in Höhe von 9 Milliarden Euro muss die größte Fluggesellschaft in Deutschland ihren Platz im Dax räumen. An deren Stelle tritt eine Wohnungsgesellschaft.

          Topmeldungen

          Gut gelaunt mit amerikanischen Soldaten am Truppenstützpunkt Ramstein: Amerikas Präsident Donald Trump im Jahr 2018.

          Trumps Abzugspläne : Ein weiterer Tiefschlag

          Sollten Tausende amerikanische Soldaten Deutschland verlassen, würde das vor allem dem Pentagon selbst zu schaffen machen. Für das transatlantische Verhältnis aber verheißt er nichts Gutes.
          Nicht nur Gnabry (links) und Goretzka trafen für den FC Bayern in Leverkusen.

          4:2 in Leverkusen : Der FC Bayern ist eine Klasse für sich

          Die Münchner meistern die wohl größte Hürde, die auf dem Weg zum Titel noch zu nehmen war, mit dem klaren Sieg in Leverkusen souverän. Die fußballerische Perfektion erinnert an die besten Phasen unter Pep Guardiola.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.