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Terroranschläge : Börse reagiert mit Panik

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Die Terroranschläge in den USA lösten eine Verkaufswelle beim Dax aus Bild: AP

Mit massiven Verlusten hat die Börse auf die Terroranschläge in den USA reagiert. Der Dax verlor 396 Punkte.

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          Eine massive Verkaufswelle an den Aktienmärkten lösten die Terroranschläge in den USA aus. Das war das Letzte, was wir derzeit gebrauchen können“, so ein Händler zu den Anschlägen, nachdem die Aktienmärkte bereits seit Monaten aus Angst vor einer konjunkturellen Abschwäche stark unter Druck standen.

          Da die Börsianer nichts mehr hassen als Unsicherheit, trennten sie sich vorsichtshalber von den Aktien. Zudem ist derzeit das Ausmaß der Anschläge überhaupt nicht absehbar. Die Wall Street blieb am Dienstag geschlossen.

          Nach einer Bombendrohung beendete die Deutsche Börse den Handel frühzeitig um 19.15 Uhr. Zuvor hatte die Deutsche Börse und die Eurex trotz der Entwicklungen in den USA die Märkte offen gelassen.

          Der Dax verlor zwischenzeitlich mehr als 500 Punkte, beendete den scharzen Tag aber mit einem Minus von 8,5 Prozent auf 4.273 Punkte. Der Nemax All Share sackte um 6,8 Prozent auf 874 Punkte ein, der Nemax 50 gab 7,8 Prozent auf 841 Punkte nach und markierte damit ein neues Allzeittief.

          Versicherungen und Lufthansa unter Druck

          Die größten Verluste verbuchten die Versicherungen. Hier befürchteten Investoren massive Schadensersatzforderungen nach den Attaken. Die Münchener Rück bestätigte, dass nach einer ersten Einschätzung erhebliche Ansprüche gegen den Finanzkonzern geltend gemacht werden könnten. Die Aktien fielen um 15,7 Prozent auf 230,49 Euro, Allianz gaben um 14 Prozent auf 227 Euro nach.

          Daneben mussten die Titel der Lufthansa mit einem Abschlag von 15,1 Prozent auf 13 Euro herbe Verluste hinnehmen. Die zahlreichen nun abgesagten Flüge dürften auf die Gewinnsituation der Fluggesellschaft lasten. Auch Preussag sanken um 11,3 Prozent auf 29,65 Euro überdurchschnittlich, weil Investoren wegen abgesagter Reisen niedrigere Gewinne befürchten.

          Angesichts des dramatischen Kursverfalls haben Aktionärsschützer die Privatanleger vor Panikverkäufen gewarnt. Man solle jetzt keine überstürzten Dispositionen treffen und erst versuchen, einigermaßen Klarheit über die Lage und ihre Folgen zu bekommen, sagte eine Sprecherin der Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre (SdK). Wo ohnehin schon massive Verluste eingetreten seien, mache es keinen Sinn zu verkaufen.

          Dollar unter Druck

          Auch mit dem Dollar ging es bergab. „Immer dann, wenn es in einem Land Anschläge oder Katastrophen dieser Art gibt, flüchten die Anleger aus der Währung des betroffenen Landes", erklärte ein Händler die Schwäche des Dollar. Der Dollar verlor gegenüber dem Euro 1,9 Prozent und geht gegen 20.20 Uhr zu 0,9154 Dollar aus. „Aus Sicht des Devisenhandels werden alle Stärken des Dollar durch die Terroranschläge angegriffen“, so ein Devisenhändler.

          Zu den Profiteuren der Katastrophe zählte der Rentenmarkt, den Investoren als sicheren Hafen suchten. Der Bund-Future kletterte von seinem Tief am Mittag bei 107,93 Prozent auf 108,90 Prozent.

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