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: Terrorängste und Dollar-Schwäche drücken auf die Aktienindizes

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Angst vor Terroranschlägen und die Schwäche des Dollar haben am Dienstag die Aktienkurse in Europa belastet. In dem Büro von Bill Frist, dem Mehrheitsführer im amerikanischen Senat, war ein Pulver gefunden worden, bei dem es sich laut Polizeiangaben um das Gift Rizin handelt.

          Angst vor Terroranschlägen und die Schwäche des Dollar haben am Dienstag die Aktienkurse in Europa belastet. In dem Büro von Bill Frist, dem Mehrheitsführer im amerikanischen Senat, war ein Pulver gefunden worden, bei dem es sich laut Polizeiangaben um das Gift Rizin handelt. Händler am Devisenmarkt nannten dieses Ereignis als wesentlichen Grund dafür, daß der Euro auf wieder deutlich mehr als 1,25 Dollar stieg, nachdem er noch am Vortag weniger als 1,24 Dollar gekostete hatte. Unterdessen berichteten Unternehmen wie der niederländische Chemie- und Pharmakonzern Akzo Nobel, der Geschäftszahlen vorlegte, über einen rückläufigen Umsatz wegen der Dollarschwäche der vergangenen Monate. Die Kombination aus neuen Terror-Ängsten und der sich in den europäischen Unternehmensbilanzen tatsächlich negativ niederschlagenden Euro-Stärke sei ausschlaggebend für die überwiegend negative Tendenz der europäischen Aktienindizes hieß es.

          Der Euro Stoxx 50 verlor 0,4 Prozent auf 2841 Punkte. Zu den größten Verlierern zählten die deutschen Werte VW, DaimlerChrysler, Münchener Rück, BASF und Allianz mit Abschlägen von mehr als 2 Prozent. Mit Eon und RWE lagen ebenfalls zwei deutsche Aktien an der Spitze der Gewinner.

          In Frankfurt sank denn auch der Dax - genauso stark wie der Euro Stoxx 50 - um 0,4 Prozent auf 4057 Punkte. Als Grund für die hohen Kursverluste der Automobilaktien wurde die hohe Abhängikeit der Autohersteller vom Euro-Dollar-Wechselkurs genannt. DaimlerChrysler legt am heutigen Mittwoch erste wesentliche Geschäftszahlen für das abgelaufene Jahr vor. Münchener Rück und Allianz litten unter der Herabstufung durch Merrill Lynch. Die Analysten der Investmentbank raten jetzt zum Verkauf von Allianz und Münchener Rück. Hingegen profitierten Infineon von einer Heraufstufung durch Goldman, Sachs Der Aktienkurs zog 1,3 Prozent an.

          Der britische FTSE-100-Index schloß mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 4390 Punkte. Die Aktien der Versicherung Royal&Sun Alliance verbilligten sich um 1,3 Prozent. Merrill Lynch nahm das Anlageurteil für diesen Versicherer ebenfalls auf "verkaufen" zurück. In der Schweiz büßte der SMI-Index 0,9 Prozent auf 5735 Punkte ein. Chemiewerte wurden abgestraft, nachdem bei Ciba der Gewinn im vierten Quartal die Analystenerwartungen enttäuschte, Der Spezialchemiehersteller berichtete einen Gewinnrückgang von 55 Prozent, der Umsatz litt unter der Stärke des Schweizer Franken. Die Börse reagierte mit einem Kursabschlag von 0,8 Prozent. Die Konkurrenten Syngenta und Clariant sackten 4,4 beziehungsweise 3,2 Prozent ab. (ham./Bloomberg.)

          Bezugsrechte: SGL Carbon (Bez.-Frist 22.1.- 5.2.), 2 zu 3 : 8 Euro, 5,30 Euro.

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