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Terminbörse : Was sind eigentlich Futures?

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Bild: FEM

          2 Min.

          Futures sind standardisierte Terminkontrakte, die bisher nur für Indizes, Währungen und Zinsinstrumente angeboten und vor allem von professionellen Finanzmarktteilnehmern genutzt wurden. Nachdem sie nun an der Liffe auch mit Bezug auf einzelne Aktien und gleichzeitig für den Privatanleger zugänglich gemacht werden, ist es wert, einen näheren Blick auf ihre Funktionsweise zu werfen.

          Der Kauf eines „Single Stock Futures“ ist ein Termingeschäft, bei dem die gehandelte Aktie erst später geliefert und bezahlt wird - aber schon jetzt der Preis dafür festgelegt wird. Der Unterschied besteht darin, dass das Wertpapier gar nicht real geliefert wird, sondern nach der vorgesehenen Zeit nur die bis dahin aufgetretene Wertdifferenz ausgeglichen wird.

          Preis bestimmt sich aus Kurs, Zinssatz und Dividende

          Der Preis der Instruments sollte genauso hoch sein wie die Kosten, die entstehen würden, wenn man die Aktien effektiv kaufen und halten würde. Sollte er stark von dieser theoretischen Bestimmungsgröße abweichen, können die Händler Futures und Aktien mit Gewinn solange gegeneinander ausspielen, bis die Relation wieder stimmt.

          Der Preis setzt sich aus drei Faktoren zusammen. Eine bestimmende Größe ist der Aktienkurs selbst. Die zweite Größe resultiert aus der Überlegung, dass der Anleger, statt in Aktien zu investieren, die Mittel verzinslich anlegen könnte. Der Käufer eines Futures muss also dem Verkäufer entgangene Zinsen ersetzen, die dieser erzielt hätte, wenn er die Aktien sofort verkauft und das Geld gegen Zinsen geparkt hätte. Als dritter Faktor kommt die Dividende ins Spiel. Fällt der Zahlungstermin in die Laufzeit des Futures, so muss der Kontraktpreis um den Aktienabschlag korrigiert werden.

          So bestimmt sich der Preis als:

          Future-Preis = Aktienkurs + Zinskosten - Dividende

          Die Funktionsweise

          Angenommen, ein Anleger spekuliert auf steigende Kurse der Deutschen Telekom und er kauft einen Aktien-Future auf diesen Wert zu 40 Euro (Beispiel - kein Marktpreis!). So muss er zunächst eine Sicherheitsmarge von 400 Euro hinterlegen. Das entspricht der Anzahl Kontrakte (in diesem Fall eins), multipliziert mit der definierten Handelseinheit 100, mal Preis (40), mal Prozentsatz (angenommen: zehn Prozent, abhängig von der Volatilität der Aktie): 1 x 100 x 40 x 10 Prozent = 400 Euro.

          Futures werden üblicherweise täglich neu abgerechnet. Das heißt, steigt die Aktie und damit der Future - zum Beispiel auf 42 Euro, so werden ihm am Ende des Tages 200 Euro auf seinem Margenkonto gutgeschrieben. Das sind 1 x 100 x (42-40) = 200 Euro. Fällt der Future am zweiten Tag von 42 auf 41,25 Euro, so werden ihm 75 Euro abgebucht. Das sind 1 x 100 x (41,25-42) = - 75 Euro.

          So werden die Gewinne und Verluste von Tag zu Tag errechnet und gutgeschrieben oder abgebucht. So lange, bis die Position geschlossen wird oder der Kontrakt am Ende seiner Laufzeit angelangt ist. Im Englischen nennt man dieses Prinzip auch Marking-to-Market.

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