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Telekommunikation : Motorola schwächelt weiter

  • -Aktualisiert am

Motorola-Handys sind Lagerhüter Bild: dpa

Motorola vor der Präsentation des Geschäftsberichts: Viele Probleme und keine Lösung.

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          Am Abend nach Börsenschluss wird Motorola seinen Geschäftsbericht für das zweite Geschäftsquartal präsentieren. Spannung herrscht nicht vor, denn dass es schlecht wird, weiß man in Finanzkreisen. Gespannt ist man dennoch - denn wie schlecht es wird, und wie die Aussichten sind, darüber herrscht noch Unsicherheit.

          Brian Modoff, Analyst der Deutsche Banc Alex. Brown, erwartet mit einem Verlust von 15 Cents pro Aktie ein schlechteres Ergebnis, als es die Wall Street erwartet. Deren Konsensus liegt bei einem Minus von zwölf Cents - der Umsatz wird auf 7,9 Milliarden Dollar geschätzt.

          Schleppender Handy- und Halbleitermarkt

          Motorola hat ein doppeltes Problem: Sowohl die Handy-, als auch die Chipsparte leiden unter dem massiven Nachfragerückgang. Und in beiden Bereichen ist zumindest im nächsten Quartal keine Besserung in Sicht. Der Mobiltelefonmarkt wird in diesem Jahr erstmals schrumpfen. Morgan Stanley senkte seine Erwartungen für den globalen Handyabsatz auf 370 Millionen Geräte - im Vorjahr waren es noch 417 Millionen. Branchenprimus Nokia schockte die Welt zudem ebenfalls mit einer Gewinnwarnung, obwohl der finnische Konzern seinen Weltmarktanteil weiter mit Riesenschritten ausbaut - der Marktanteil wird Ende des Jahres wohl bei knapp 40 Prozent liegen. Für Motorola ein doppelt schlechte Nachricht.

          Riesige Lagervorräte müssen abgeschrieben werden

          Der Gesamtmarkt schrumpft, und der größte Konkurrent baut die Marktanteile aus. Riesige Lagervorräte unverkaufter Handys sind die Folge bei Motorola. Schon im ersten Quartal hat man 500 Millionen Dollar aufgrund der vollen Regale abschrieben müssen - derzeit sitzt man auf weiteren Vorräten im Wert von 4,5 Milliarden Dollar - weitere Abschreibungen sind zu erwarten beim weltweit zweitgrößten Handyanbieter.

          „Halbleiterergebnis wird richtig belasten“

          Damit nicht genug - im Halbleitersektor sieht es für Motorola noch düsterer aus. Die Branchenorganisation SIA meldete für Mai einen Rückgang der weltweiten Chipumsätze um 7,3 Prozent. Das klingt weniger katastrophal als es ist: Denn damit wurde ein 17 Jahre währender Trend gebrochen, in der die Branche durchschnittlich immer um 1,4 Prozent wuchs. „Die Halbleiter werden das Ergebnis richtig belasten“, sagt Tim Long, Analyst bei Credit Suisse First Boston. Analysten rechnen hier mit einem Verlust von 200 Millionen Dollar.Angesichts der schwierigen Lage schließen Finanzexperten auch weiter Jobkürzungen bei Motorola nicht aus.

          Entscheidend wird der Jahresausblick

          Auch die Position von CEO Christopher Galvin, seit 1997 im Amt, wird in Frage gestellt. Zu unschön liest sich seine Bilanz für die Aktionäre. Die Motorola-Aktie hat im vergangenen Jahr 60 Prozent seines Wertes verloren. Zuletzt zog der Wert um rund 15 Prozent an, auch auf Grundlage von Galvins Prognose, in der zweiten Jahreshälfte werde man einen Aufschwung und Profite sehen. Sollte Galvin irgendetwas an dieser Prognose zurücknehmen, hat der Aktienmarkt neues Börsenfutter - und womöglich einen arbeitslosen CEO.

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