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Technologie : Hewlett-Packard übertrifft Erwartungen, Dell landet im Ziel

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Dell schlägt sich achtungsvoll Bild: Dell Image Bank

Dell und Hewlett-Packard erfüllen in etwa die reduzierten Erwartungen. Einen allzu rosigen Ausblick können aber beide nicht liefern.

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          Mit einem Gewinn von sechs Cents pro Aktie für das dritte Quartal des Geschäftsjahres übertrifft Hewlett-Packard die reduzierten Erwartungen von vier Cents. Der Umsatz liegt mit 10,1 Milliarden Dollar hauchdünn unter den erwarteten 10,2 Milliarden, allerdings damit am oberen Ende der angekündigten Bandbreite. Dell trifft mit 16 Cents operativem Gewinn pro Aktie für das zweite Quartal genau die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten, liegt allerdings mit dem Umsatz von 7,6 Milliarden Dollar eher unter den Erwartungen von 7,76 Milliarden.

          Dimension des Ertragsrückgangs beachtlich

          Das passt genau in das Bild der vergangenen Tage. Die Unternehmen versuchen mit allem Mitteln und schaffen es in der Regel auch, dramatisch reduzierte Ertragserwartungen zu erfüllen. Damit fallen weder Hewlett-Packard noch Dell positiv oder extrem negativ aus dem Rahmen. Zu beachten sind jedoch auch hier die Dimensionen. Der Quartalsertrag für Hewlett-Packard hatte im gleichen Zeitraum des Vorjahres hatte noch bei 49 Cents gelegen, also etwa dem Siebenfachen der jetzigen Zahl. Weniger dramatisch sieht es hier bei Dell Computer aus. Denn der Computer-Händler hatte im Vergleichszeitraum des Vorjahrs 22 Cent verdient, also „nur“ 37,5 Prozent mehr. Zieht man allerdings Sonderaufwendungen in Höhe von 742 Millionen Dollar in die Rechnung mit ein, kommt Dell auf ein Minus von vier Cents.

          Unabhängig davon was die Unternehmen ihn ihren „Conference-Calls“ sagen mögen, die Aussichten werden sich zumindest kurzfristig kaum verbessern. Dell-Präsident Kevin Rollins prognostiziert für das kommende Quartal einen unveränderten Umsatz und einen Ertrag von 15 bis 16 Cents. Er betont den engen Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftswachstum und den Ausgaben für Computer. Verbessern sich also nicht die Konjunkturaussichten, so werden auch die Aktivitäten bei Dell nicht dramatisch zunehmen. So sieht es auch Analyst Ashok Kumar von Piper Jaffray. Allerdings dürfte nach seiner Einschätzung die Aktie interessant werden, sobald die Wirtschaft wieder anspringt. Kurzfristig reagiert die Börse negativ. War die Dell-Aktie kaum verändert aus dem Markt gegangen, so gab sie nachbörslich von 25,38 Dollar auf 24,80 Dollar nach.

          Nicht nur Konjunkturprobleme bei Hewlett-Packard

          Anders dürfte sich sie Situation bei Hewlett-Packard darstellen. Das Unternehmen hat nicht nur mit dem stagnierenden Umfeld zu kämpfen, sondern auch mit hausgemachten Problemen. Hewlett-Packard steht an einem ähnlichen Scheideweg wie IBM zu Beginn der neunziger Jahre. Nachdem sich das Unternehmen 60 Jahre lang auf die Produktion von Hardware und Ausrüstung konzentriert hat, versucht es jetzt, sich zu einem Dienstleister zu wandeln.

          Der Wert hat sich von seinem Hoch bei 80 Dollar Anfang des Jahrs 2000 beinahe geviertelt und ging am Donnerstag mit einem Verlust von 1,2 Dollar mit 25,40 Dollar aus dem Handel. Nachbörslich geriet die Aktie weiter unter Druck. Hier stellt sich für den Anleger also nicht nur die Frage, wann sich die Wirtschaft wieder erholen wird. Wichtiger dürfte seine Einschätzung darüber sein, ob dem Unternehmen die angestrebte Transformation erfolgreich gelingt. Das dürfte schwierig sein. Denn immerhin stufen 12 von 22 Analysten die Aktie auf „Hold“. Bei der sonst bekannten Tendenz zu Kaufempfehlungen sagt diese Zurückhaltung beinahe alles.

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