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Target-Salden : Tiefster Stand seit langem

Deutsche Flagge vor der Zentrale der Bundesbank in Frankfurt Bild: dpa

Die Forderungen der Bundesbank gegen andere Euro-Notenbanken sind deutlich gesunken. Vielleicht beruhigt das die Debatte über die Finanzrisiken für Deutschland.

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          Der Saldo der Target-2-Forderungen der Deutschen Bundesbank ist gesunken. Zum 31. Oktober betrug dieser Wert 837 Milliarden Euro, wie die Bundesbank veröffentlichte. Das war der niedrigste Monatsendstand seit immerhin März 2017, wie aus den Zeitreihen der Bundesbank-Statistik hervorgeht. Über die Deutung dieser Salden gibt es unter Ökonomen unterschiedliche Auffassungen, auch in der breiten Bevölkerung haben sie immer wieder für heftige Debatten über mögliche Risiken gesorgt.

          Christian Siedenbiedel

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Der Bundestag hatte sich im Frühsommer mit dem Thema beschäftigt. Bundesbankvorstand Burkhard Balz hatte damals vor dem Finanzausschuss die Auffassung vertreten, die Bundesbank halte jedenfalls eine Besicherung von Target-2-Salden nicht für notwendig. Man könne nur für den Fall von Risiken sprechen, dass ein Land die Währungsunion verlasse oder der ganze Euroraum zerfalle.

          Dann hätte man vermutlich andere Sorgen, und die Target-2-Salden wären dann laut Balz ein Teil der zu berücksichtigenden Forderungen. Die mit solchen Fragen befasste Bonner Wirtschaftsprofessorin Isabel Schnabel, die jetzt zur Europäischen Zentralbank wechselt, hatte die Aussagekraft der Target-Salden gleichfalls relativiert: Weder handele es sich um werthaltige Forderungen, noch könne daraus abgeleitet werden, ob sich Risiken in der Eurozone aufbauten.

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