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Bankhaus unter Druck : Swedbank entlässt Vorstandschefin

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Die Swedbank steht wegen Geldwäsche-Vorwürfen unter Druck. Bild: EPA

Neue Geldwäsche-Vorwürfe und eine Razzia in der Unternehmenszentrale erhöhen kurz vor der Hauptversammlung den Druck auf die Swedbank. Die Vorstandschefin wird vor dem Aktionärstreffen entlassen.

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          Weil das schwedische Geldhaus einige Investoren vorab über einen belastenden Medienbericht zur Verwicklung in einen Geldwäsche-Skandal informiert haben soll, durchsuchte die schwedische Behörde zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität am Mittwoch die Bank. Die Behörde geht dabei dem Verdacht des Insiderhandels nach. Zudem berichtete der öffentlich-rechtliche Fernsehsender SVT unter Berufung auf Insider, das Geldhaus habe amerikanischen Ermittlern möglicherweise Informationen im Zusammenhang mit den „Panama Papers“ vorenthalten.

          Am Donnerstag hat die Bank ihre Vorstandschefin Birgitte Bonnesen entlassen. „Die Entwicklungen der vergangenen Tage haben für enormen Druck auf die Bank gesorgt", erklärte Aufsichtsratschef  Lars Idermark. Deshalb habe die Bankführung beschlossen, Bonnesen zu entlassen. Ihre Position wurde unhaltbar, nachdem drei der fünf größten Investoren angekündigt hatten, sie würden bei der am Donnerstag stattfindenden Hauptversammlung gegen ihre Entlastung stimmen.

          Dem Fernsehsender SVT zufolge hat die Bank wohl amerikanische Behörden in Bezug auf Verbindungen von Kunden zu der in Panama ansässigen Anwaltskanzlei Mossack Fonseca in die Irre geführt. Die mittlerweile geschlossene Kanzlei stand im Fokus des mithilfe der „Panama Papers“ aufgedeckten Geldwäsche- und Steuervermeidungsskandals um Briefkastenfirmen.

          Ein Swedbank-Sprecher sagte, er könne sich aus rechtlichen Gründen nicht zu möglichen Kontakten zu Behörden äußern. Das New Yorker Department of Financial Services (DFS), das dem Fernsehbericht zufolge in die Irre geführt worden sein soll, lehnte eine Stellungnahme ebenso ab wie die schwedische Finanzaufsicht.

          Der Aktienkurs der Swedbank brach am Mittwoch um mehr 11 Prozent ein. Seit dem ersten Bericht des Fernsehsenders SVT im Februar zu Geldwäsche-Vorwürfen haben die Papiere mehr als ein Viertel ihres Werts eingebüßt. Damals hatte der Sender berichtet, die Swedbank sei in den Geldwäsche-Skandal bei der Danske Bank verwickelt und habe verdächtige Zahlungen von umgerechnet mindestens 3,8 Milliarden Euro mit Danske-Filialen im Baltikum abgewickelt.

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