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Sturz von Premier Turnbull : Australier goutieren Führungschaos nicht

Australiens früherer Regierungschef Malcom Turnbull Bild: AP

Nach dem Sturz von Malcolm Turnbull als Premierminister sackt Australiens regierende Liberal Party in einer Umfrage ab. Die Mehrheit wünscht sich einen Machtwechsel.

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          Am Ende einer Woche voller politischer Ränkespiele hatte Australien am vergangenen Freitag einen neuen Premierminister bekommen. Nun erhält die regierende Liberal Party die Quittung für das hässliche Machtgerangel.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der jüngsten Umfrage zufolge steht sie unter ihrem neuen Regierungschef Scott Morrison so schlecht da wie zuletzt 2008. Laut der Zeitung „The Australian“, in deren Auftrag die Befragung durchgeführt wurde, bekäme die Koalition aus Liberals und National Party derzeit nur noch 33 Prozent der Stimmen. Im direkten Vergleich mit Australiens größter Oppositionspartei würden 44 Prozent der Befragten die Regierungspartei wählen. 56 Prozent geben dagegen der Labor Party den Vorzug.

          Ungewollte Nachfolge

          Viele Australier hatten sich entsetzt über den innerparteilichen Aufstand gegen den Premierminister Malcolm Turnbull geäußert. Nun zeigt sich, dass sich die Rebellen in mehrfacher Hinsicht verrechnet haben. Mit Blick auf die Wahl im kommenden Jahr hatten sie die Erwartung geäußert, dass ihr Kandidat, der frühere Polizist Peter Dutton, bei der Basis besser ankäme  als der ehemalige Investmentbanker Turnbull.

          Aber statt Dutton setzte sich in der Partei der ehemalige Schatzkanzler Morrison durch. Zudem haben die Ereignisse der Woche die Partei und ihre Führung Sympathien gekostet. Übrigens war der nun gestürzte Premier Turnbull im Jahr 2015 selbst durch einen parteiinternen Putsch an die Macht gekommen. Damals hatte die Partei in den Umfragen zunächst zugelegt.

          Der Machtkampf hat mittlerweile auch zu einem Wechsel im Kabinett geführt. Die äußerst fähige und beliebte Außenministerin Julie Bishop gab ihren Rücktritt bekannt. Sie hinterlasse eine große Lücke, kommentierte der Sender ABC. An ihrer Stelle wird nun die bisherige Verteidigungsministerin Marise Payne Australiens neue Chefdiplomatin.

          Der konservative Herausforderer Peter Dutton kehrt auf seinen Posten als Innenminister zurück, wenn auch mit einem etwas verkleinerten Zuständigkeitsbereich. Premier Morrison versprach, die „neue Generation“ an der Spitze werde die Versöhnung in der Partei möglich machen.

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