https://www.faz.net/-gv6-9qlw2

Studie : Schwere Zeiten für Autozulieferer

  • Aktualisiert am

In einer Fabrik des Autozulieferers Elring Klinger Bild: dpa

Die Zulieferer der Autohersteller sind wichtige Arbeitgeber. Die Branche bekommt den Abschwung und die schwächelnde Nachfrage nach Auto besonders zu spüren.

          1 Min.

          Die schwächelnde Nachfrage bei den Automobilherstellern schlägt einer Studie zufolge immer stärker auf die Zulieferer durch. Die PKW-Produktion sei im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fünf Prozent gesunken, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Roland Berger und der Investmentbank Lazard. Außerdem werde die operative Umsatzrendite (Ebit-Marge) der Zulieferer voraussichtlich in diesem Jahr im Schnitt nur noch bei rund sechs Prozent liegen - dem niedrigsten Wert seit 2012. Die Experten hatten für ihre Untersuchung die Kennzahlen von weltweit über 600 Zulieferern ausgewertet.

          Ursache für die Entwicklung sei vor allem der schwache Pkw-Absatz in China und die allgemeine konjunkturelle Abkühlung. In China seien die Autoverkäufe im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum im zweistelligen Bereich gesunken. Hinzu kämen strukturelle Veränderungen im Rahmen des Wandels hin zur Elektromobilität. Verstärkt werde der Trend noch durch die internationalen Handelskonflikte und die laufenden Sparprogramme der Hersteller. In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage vor allem vom chinesischen Markt angekurbelt worden, woraufhin viele Zulieferer ihre Kapazitäten ausgebaut hätten. Bei einigen Firmen blieben nun 60 bis 70 Prozent der neuen Kapazitäten ungenutzt.

          Mittelstand betroffen

          Zur Branche gehören neben Konzernen wie Continental, Schaeffler oder Robert Bosch auch zahlreiche Mittelständler. Diese hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier im Blick. Er will insgesamt die mittelständischen Unternehmen im Abschwung entlasten, wozu er am Donnerstag in Berlin Eckpunkte vorstellte. Der CDU-Politiker will die steuerlichen Belastungen reduzieren. Der Soli solle schrittweise ganz abgeschafft und die Unternehmensbesteuerung auf 25 Prozent begrenzt werden. Daneben fordert Altmaier eine Deckelung der Steuerbelastung von Personenunternehmen bei maximal 45 Prozent. Die Sozialabgaben sollten langfristig unter 40 Prozent gehalten werden.

          Die Autoren der Studie über die Zulieferindustrie raten den Firmen sich rasch einen ausreichenden finanziellen Spielraum zu sichern, da der Zugang zu Kapital durch die negative Marktlage schwieriger werden könnte. Viele Equity-Investoren bevorzugten andere Sektoren als die zyklische Automobilindustrie. Gleichzeitig würden Banken Kredite restriktiver vergeben. Dies treffe insbesondere kleinere Zulieferer in Produktbereichen, die künftig strukturell unter Druck kämen. Auch die Nachrichtenagentur Reuters hatte berichtet, dass die Banken bei Krediten für Auto-Zulieferer genauer hinschauten.

          Weitere Themen

          Kurzzeitige Ausschläge der Inflation

          Vor der EZB-Sitzung : Kurzzeitige Ausschläge der Inflation

          Am Donnerstag ist Zinssitzung bei der EZB. Neue Krisen-Milliarden sind nicht zu erwarten – aber Hinweise auf den digitalen Euro. Außerdem dürfte die Notenbank die Menschen auf eine vorübergehend etwas steigende Inflation vorbereiten.

          Topmeldungen

          TV-Kritik: Hart aber fair : Der Balken im eigenen Auge

          In den Vereinigten Staaten endet die Amtszeit von Donald Trump. Damit beginnt der Kampf um die politische Mitte, aber anders als gedacht. Immerhin kommt aber dort niemand auf die Idee, die Gewährung von Grundrechten als Belohnung zu betrachten. Das schaffen nur wir Deutschen.
          Unser Autor: Johannes Pennekamp

          F.A.Z.-Newsletter : Der Lockdown-Gipfel

          Welche Maßnahmen beim heutigen Treffen zwischen Bund und Ländern zur Debatte stehen, welche Intention Alexej Nawalnyj haben könnte und weshalb der Lockdown den Journalismus einschränkt, steht im heutigen Newsletter für Deutschland.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.