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Strombörse : Leipzig und Frankfurt fusionieren

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Morgendämmerung für eine gemeinsame deutsche Strombörse Bild: dpa

Auf dem deutschen Energiemarkt wird es künftig nur noch eine Strombörse geben. Frankfurt und Leipzig werden bis Anfang 2002 zusammengehen.

          Auf dem deutschen Energiemarkt wird es künftig nur noch eine Strombörse geben. Die Frankfurter Strombörse European Energy Exchange (EEX) und die Leipziger Power Exchange (LPX) werden bis Anfang 2002 fusionieren. Wie LPX-Geschäftsführer Carlhans Uhle in Berlin mitteilte, wird die neue Gesellschaft den Namen European Energy Exchange (EEX) führen und ihren Sitz in Leipzig haben. Neben Uhle soll auch EEX-Chef Hans Schweickardt dem Vorstand angehören.

          Die beiden designierten Vorstände sind davon überzeugt, dass die Fusion die Stärken der beiden Börsen in Europas größtem und vollständig liberalisierten Strommarkt vereinigt. EEX und LPX repräsentieren gemeinsam über sechs Prozent des Verbrauchs in Deutschland. An der EEX werden laut Uhle rund 90 Teilnehmer aus 9 Ländern handeln. Dabei werden an den beiden Spotmärkten rund 90.000 Megawatt pro Tag umgesetzt.

          Mehrheit der neuen Gesellschaft bei EEX-Eignern

          Die bisherigen Eigentümer der EEX werden nach der Fusion mit der LPX die Mehrheit an dem neuen Unternehmen halten. Der Anteil der bisherigen EEX-Eigner werde 57,5 Prozent betragen, teilten Sprecher der beiden Unternehmen mit. Die Eigentümer der LPX würden 42,5 Prozent halten.

          Sachsens Wirtschaftsminister Kajo Schommer (CDU) und Leipzigs Oberbürgermeister Wolfgang Tiefensee (SPD) begrüßten den Fusionsbeschluss und die Standortentscheidung. Leipzig habe sich gut ein Jahr nach der Gründung der dortigen Strombörse zu einem der „führenden Spotmärkte in Europa“ entwickelt, erklärte Schommer. Tiefensee ist davon überzeugt, dass die gemeinsame Börse dem Energiezentrum Leipzig neue Schubkraft geben und den Standort stärken wird.

          Eine nur kurze Geschichte

          Die LPX war im Juni 2000 mit Unterstützung des Freistaates Sachsen, der Landesbank Sachsen, der Stadt Leipzig und dem skandinavischen Partner NordPool gegründet worden. Finanziell beteiligt sind auch der Freistaat Thüringen und die Landesbank Berlin. Die Frankfurter European Energy Exchange startete am 8. August 2000 den Spotmarkt und am 1. März 2001 den Terminmarkt für Stromfutures.

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