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Streit um Huawei : Großbank HSBC gerät zwischen die Fronten der Großmächte

  • Aktualisiert am

Internationaler Hauptsitz von HSBC in London Bild: dpa

Der Londoner Finanzkonzern mit Wurzeln in Hongkong wird in den chinesisch-amerikanischen Konflikt um den Netzwerkausrüster Huawei hineingezogen. Mit einer Rechtfertigung gegenüber der chinesischen Öffentlichkeit versucht HSBC, sein wichtiges Asiengeschäft zu schützen.

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          Die internationale Großbank HSBC gerät offenbar schwer zwischen die Fronten des sich verschärfenden Konflikts zwischen China und den Vereinigten Staaten. Der Finanzkonzern sah sich am Wochenende zu einer Rechtfertigung gegenüber der chinesischen Öffentlichkeit gezwungen und stellte laut einem Bericht der Financial Times klar, dem umstrittenen chinesischen Netzwerkausrüster Huawei keine Falle gestellt zu haben.

          Seine Stellungnahme postete HSBC über die populäre chinesische Alltagsapp Wechat: „Die Chronologie der Ereignisse im Fall Huawei zeigt absolut klar, dass HSBC keine Untersuchung von Huawei veranlasst hat“, hieß es. Die Überprüfung von Huawei durch die amerikanische Regierung habe schon lange begonnen, bevor HSBC in den Fall verwickelt wurde.

          Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei hat wegen seiner aggressiven internationalen Expansion die Aufmerksamkeit nicht nur der amerikanischen Regierung auf sich gezogen. Washington sieht das Unternehmen als Instrument der Kommunistischen Partei und des chinesischen Militärs und wegen seiner wichtigen Rolle für die digitale Infrastruktur als Risiko für die öffentliche Sicherheit. Huawei betont dagegen, ein strikt privates Unternehmen zu sein. Die Aktien gehören zu einem großen Teil den Huawei-Mitarbeitern, es gibt keine Staatsbeteiligung.

          Festnahme einer Schlüsselperson

          Einen Höhepunkt hatten die amerikanischen Maßnahmen gegen Huawei mit der Festnahme von Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou im Dezember 2018 in Kanada erreicht. Die Amerikaner werfen ihr vor, Wirtschaftssanktionen gegen Iran umgangen zu haben. Bei der Managerin handelt es sich um die Tochter des mächtigen Huawei-Gründers Ren Zhengfei. Die Chinesen sehen in der Festnahme dieser Schlüsselperson offenbar eine politisch-wirtschaftliche Geiselnahme, zumindest folgten anschließend Festnahmen von Kanadiern in der Volksrepublik.

          HSBC geriet in den Strudel der Ereignisse, weil das amerikanische Justizministerium von der Großbank Informationen über die der Huawei-Managerin Meng vorgeworfenen Sanktionsverletzungen angefordert hatte. Chinesische Medien beschuldigten HSBC daher, Huawei in eine Falle gelockt zu haben.

          Unabhängig davon, wie absurd sich diese Beschuldigung anhört, könnte es für die Großbank gefährlich werden, der Wut der chinesischen Öffentlichkeit ausgesetzt zu sein. HSBC sitzt in London, 80 Prozent der Gewinne des Unternehmens stammen laut Financial Times aber aus dessen Asiengeschäft. Chinesische Kunden und Geschäftspartner reagieren sensibel, wenn westliche Unternehmen den chinesischen Nationalstolz herausfordern.

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