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Umfrage : Investmentexperten raten vor allem zu Schwellenländern und Rohstoffen

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Bild: J.P. Morgan

Laut einer Befragung zum Jahresauftakt sind Asien und Lateinamerika die favorisierten Anlageregionen. Bei der konkreten Fondsauswahl sind Erfahrung, lokale Expertise und Wertentwicklung die wichtigsten Entscheidungskriterien.

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          Die Investmentbranche startet hoffnungsvoll in das Jahr 2011, dass Endanleger sich wieder Anlageklassen mit höheren Ertragschancen zuwenden: So wollen drei von vier Beratern ihren Kunden empfehlen, 2011 in Aktien der Schwellenländer zu investieren.

          Darüber hinaus setzt mehr als die Hälfte auf Rohstoffe - europäische Aktien stehen bei 42 Prozent im Fokus. Dies zeigt ein aktuelles Stimmungsbild, das J.P. Morgan Asset Management während des FONDSkongresses vom 26. bis 27. Januar 2011 in Mannheim unter 303 Vertriebsexperten (46 Prozent der Befragten sind unabhängige Berater, 20 Prozent Mitarbeiter von Banken oder Sparkassen, 16 Prozent Vertreter von Fondsgesellschaften, 9 Prozent arbeiten bei Versicherungen und 9 Prozent gehören keiner dieser Gruppen an) ermittelt hat. Die befragten Experten hatten die Möglichkeit, drei Anlageklassen auszuwählen.

          Defensivere Anlageformen wie Staats- oder Unternehmensanleihen (6,9 bzw. 16,17 Prozent) favorisieren die Vertriebsexperten derzeit weniger als Mischfonds, die von rund einem Drittel der Befragten für eine Empfehlung in Betracht gezogen werden. Schwellenländer-Anleihen möchte mit 26,7 Prozent immerhin jeder Vierte bei seinen Kunden ansprechen.

          Ob das Ergebnis der Umfrage bereits ein Warnsignal dafür ist, dass die Anlagethemen Schwellenländer und Rohstoffe überhitzt sind, kann erst die Zukunft zeigen. Oft ist es erfahrungsgemäß leider so, dass die Mehrheit der Marktteilnehmer nicht richtig liegt mit ihren Anlageurteilen. Eine absolut verlässliche Regel lässt sich daraus aber leider auch nicht ableiten.

          Wachstum wichtigstes Argument für die Schwellenländer

          Wie die Auswahl der empfohlenen Anlageklassen vermuten lässt, erwarten die Befragten ein weiteres positives Jahr für die Schwellenmärkte: So gehen mit 73,9 Prozent drei Viertel davon aus, dass die Emerging Markets auch 2011 überdurchschnittlich wachsen werden. Eine überhitzte Entwicklung sehen dagegen nur rund 14 Prozent.

          8,3 Prozent sind davon überzeugt, dass aufgrund höherer Volatilität sowie Inflation nur wenig Mehrertrag möglich sei. Und dass eine Blase in den Schwellenländern entsteht, die 2011 platzen könnte, erwarten zwei Prozent. So wollen auch nur zwei Prozent aufgrund der Risiken gar nicht in Schwellenländer investieren.

          Trotz aktueller Inflationsmeldungen aus China und Marktturbulenzen in der ASEAN-Region erwarten 52 Prozent der Befragten, dass sich Asien 2011 am besten von allen Schwellenländer-Regionen entwickelt. Ein Viertel glaubt, dass Lateinamerika vorne liegen wird, während 13 Prozent auf Afrika setzen. Nicht zuletzt aufgrund der Sorgen um die Peripheriestaaten der Eurozone glaubt nur jeder Zehnte an Osteuropa.

          Erfahrung, lokale Expertise und Wertentwicklung sind Entscheidungskriterien für die Fondsauswahl

          Neben den Markteinschätzungen sollten die Vertriebsprofis auch ihre drei wichtigsten Kriterien für die Fondsauswahl bei der Anlage in Schwellenländern benennen. Ganz vorn liegt dabei mit 82,5 Prozent die Erfahrung in Schwellenländer-Investments. Danach folgen mit sehr knappem Abstand Wertentwicklung (74,6 Prozent) und lokale Expertise vor Ort (74,3 Prozent).

          Für rund ein Drittel der Befragten sind auch das Image sowie die Marke der Fondsgesellschaft wichtig. Eine breite Fondspalette des Anbieters findet dagegen nur jeder Fünfte wichtig und die Vertriebsunterstützung der Gesellschaft sogar nur 16,5 Prozent.

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