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Geldanlage interaktiv : Das krisenfeste Depot

Eine Geldanlage, die jede Krise übersteht: Das hätte jeder gern. Da haben wir jetzt etwas für Sie: Mit dem FAZ.NET-Tool kann jeder sein Depot nach eigenem Gusto bauen.

          3 Min.

          Krisen kommen immer wieder – und kaum jemand weiß, wie er sein Geld sicher durch die schweren Zeiten bringen soll. Stürzt die Weltwirtschaft in die Krise? Oder wird Asien prosperieren? Es ist kaum vorherzusagen. Sicher ist nur: Wer sein Geld gut verteilt, der geht das geringste Risiko an. Aber: Wie soll man sein Geld aufteilen?

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Andre Piron
          Leiter Informationsgrafik.
          Tino Sabetta
          Redakteur beim Chef vom Dienst.

          Die Universität Köln hat sich darüber Gedanken gemacht. Das Centre for Financial Research (Zentrum für Finanzforschung, CFR) hat 13 profitable Depots errechnet, die eine wichtige Bedingung erfüllen: Sie haben in den vergangenen 24 Jahren in keiner Krise viel Geld verloren – egal ob in der Asienkrise, der Russlandkrise, während der New Economy oder in der Finanzkrise. Einige haben nie einen Verlust eingefahren, andere höchstens 5, 10 oder 20 Prozent im Jahr.

          Die Depots brachten zwischen 6,5 und 10,6 Prozent Rendite

          Über die Jahre hinweg haben alle Depots trotzdem gutes Geld gebracht. Das sicherste fuhr durchschnittlich 6,5 Prozent Rendite im Jahr ein. Wer mehr Mut bewies, wird auf Dauer auch mit mehr Rendite belohnt: Das riskanteste Depot schwankte im Wert stärker, brachte durchschnittlich aber sogar 10,6 Prozent pro Jahr.

          Ein interaktiver Dialog auf FAZ.net führt Sie in drei Fragen zu Ihrem persönlichen Portfolio. Die erste Frage lautet: Wie viel Geld möchten Sie anlegen? Die zweite Frage: Wie viel Verlust wollen Sie in einem Krisenjahr höchstens tragen? Und die dritte: Wie gut sind Ihre Nerven? Je besser Ihre Nerven sind, desto eher fährt Ihr persönliches Depot in der Krise mal einen Verlust ein – aber desto mehr Rendite verspricht es auch. Nur wenn das Depot sowieso nie einen Verlust machen soll, fällt die letzte Frage weg.

          Die Daten sind sicher

          Ihre Daten sind sicher. Sie werden gar nicht erst ins Internet geschickt, die Berechnungen geschehen direkt auf Ihrem Computer oder iPad und werden nicht einmal dort dauerhaft gespeichert.

          Alle Depots entstammen den Berechnungen des CFR, das einst von Ex-Bundesbankchef Axel Weber mitgegründet worden ist. Die Forscher simulierten Musterdepots und hatten dabei mehrere Geldanlagen zur Auswahl: deutsche Aktien (dabei legten sie den Dax zugrunde), Aktien aus Europa, Amerika und aus Schwellenländern (MSCI-Indizes), Rohstoffe (GSCI-Index) und deutsche Staatsanleihen mit kurzer Restlaufzeit (1-2 Jahre) oder mit langer (7-10 Jahre).

          Schon drei Jahre zuvor hat das CFR für die F.A.S. ähnliche Depots errechnet. Sie haben ihre Versprechen erfüllt. Die neuen Depots lassen sich nun besser personalisieren. Zudem haben die vergangenen drei Jahre die Abwägungen zwischen den unterschiedlichen Geldanlagen etwas geändert.

          Die Depots, die das CFR jetzt errechnet hat, sind vorsichtiger. Und zwar vor allem deshalb, weil die Depots die Nerven ihrer Besitzer schonen sollen. Mehr als fünf Verlustjahre in 24 getesteten Jahren ließ das CFR in keinem Depot zu. Das war meist der härtere Test: Ein Depot, das diese Bedingung erfüllte, verlor in den übrigbleibenden Verlustjahren oft gar nicht mehr so viel an Wert.

          „Das Jahr 2008 war ziemlich brutal“

          Je weniger Verlustjahre die Anleger zulassen, desto konservativer muss die Anlage werden. Und das nimmt Spielraum für aggressive Investments. „Das Jahr 2008 war ziemlich brutal“, sagt CFR-Direktor Kempf. „Für viele Depots ist es das einzige zugelassene Verlustjahr – andere Verlustjahre waren dann gar nicht mehr erlaubt.“

          Wichtig ist: Alle Depots sind aus den Börsengeschehnissen der vergangenen 24 Jahre bis zum Jahr 2011 berechnet. Sie haben zwar in dieser Zeit die unterschiedlichsten Krisen gut überstanden und machen deshalb Hoffnung für die nächsten Krisen – aber es gibt keine Garantie dafür, dass sie in den nächsten Jahren wieder ebenso gut funktionieren. Wenn zum Beispiel der deutsche Staat zahlungsunfähig würde, würden alle genannten Depots leiden.

          Es hilft auch nicht, das Geld zu weit zu verteilen

          Andererseits zeigen die Depots aber: Es hätte in der Vergangenheit kaum etwas gebracht, das Geld auf Deutschland, andere europäische Länder und Amerika zu verteilen – die Aktienmärkte laufen einfach zu ähnlich. Selbst die Aktienmärkte in Schwellenländern entwickeln sich zwar heftiger, aber nicht grundsätzlich anders. Darum stehen am Ende der Berechnungen häufig nur Aktien aus Schwellenländern im Depot, dazu langfristige Staatsanleihen. „Am Ende geht es um die Frage: Wie groß ist der sichere Anteil im Depot, und wie groß ist der riskante?“ sagt Kempf. Der Rest ist zweitrangig.

          Dies bedeutet auch: Das Depot muss nicht ganz genau abgebildet werden – eine Optimierung auf den letzten Cent hin funktioniert sowieso nicht, schon allein weil sich viele Geldanlagen gar nicht auf den Euro genau kaufen lassen.

          Hier finden Sie Ihr persönliches Depot.

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