Finanzplatz Luxemburg :
„Bankgeheimnis lockern“

Lesezeit: 3 Min.
Luc Frieden
Luxemburg will deutsche Steuersünder nicht mehr decken. Luc Frieden ist Finanzminister des Landes und spricht über den künftigen Informationsaustausch und das vermeintliche Risiko des Finanzplatzes.
Herr Frieden, die jüngsten Enthüllungen über Steuerhinterzieher weltweit bringen auch Ihr Land unter Druck. Andere EU-Länder fordern, die Steueroase Luxemburg auszutrocknen.

Luxemburg ist keine Steueroase. Wir unterwerfen uns allen EU- und OECD-Regeln zu Geldwäsche und Steuerhinterziehung.

Aber Sie weigern sich immer noch, den deutschen Steuerbehörden automatisch ohne Verdacht Auskünfte über die Kapitalerträge deutscher Sparer zu melden. Wollen Sie das etwa ändern?

Der internationale Trend geht zu einem solchen automatischen Informationsaustausch. Den lehnen wir anders als früher nicht mehr strikt ab. Wir wollen eine verstärkte Zusammenarbeit mit den ausländischen Steuerbehörden.

Das ist eine politische Kehrtwende. Aber dann laufen Ihnen die deutschen Kunden weg. Die sind doch wegen des strengen Bankgeheimnisses gekommen.

Das war vielleicht vor 15 Jahren so. Heute schätzen sie die gute Beratung, die internationalen Produkte in der Vermögensverwaltung und das solide politische Umfeld. Luxemburg baut nicht auf Kunden, die Steuern sparen wollen.

Luxemburg kommt noch von anderer Seite unter Druck. Nach den Turbulenzen in Zypern befürchten einige, dass wir bald auch andere Länder mit einem großen Finanzplatz retten müssen, zum Beispiel Luxemburg.

Diese Sorge besteht nicht. Unsere Finanzbranche ist ganz anders als in Zypern aufgestellt. Sie wird nicht von zwei großen inländischen Banken dominiert, sondern von vielen kleinen Banken und Fondsgesellschaften, die fast alle Tochtergesellschaften ausländischer Institute sind. Ein Viertel der Banken hat zum Beispiel eine deutsche Mutter. Größter Arbeitgeber in Luxemburg ist eine französische Bank.

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