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Devisenmarkt : Hohe Volatilität verteuert Kursabsicherungen

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Bild: FAZ.NET

Die von Griechenland ausgehende Schuldenkrise hat zu massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten geführt. Starke Kursausschläge führen auch am Devisenmarkt zu hohen Volatilitäten und machen Spekulations- und Absicherungsgeschäfte teuer.

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          Die von Griechenland ausgehende Schuldenkrise hat zu massiven Turbulenzen an den Finanzmärkten geführt. Neben fallenden Kursen an den Börsen und stark schwankenden Kursen an den Rentenmärkten der kritisch betrachteten Staaten waren und sind die Kursschwankungen am Devisenmarkt ausgeprägt.

          Das zeigt sich etwa daran, dass der Euro gegen den Dollar und viele andere Währungen zunächst Wochen lang im Trend abwertete, um schließlich nach einem „überverkauften“ Zustand zu einer deutlichen Gegenreaktion zu kommen. So hat der Euro in den vergangenen beiden Tagen gegen den Dollar um bis zu vier Prozent aufgewertet, in anderen Währungspaaren gab es noch größere Kursausschläge.

          Starke Kursausschläge führen zu hohen Volatilitäten

          Das ist im historischen Vergleich eine große Kursbewegung innerhalb kurzer Zeit. Diese Tatsache zeigt sich unter anderem daran, dass die implizite Volatilität für am Geld liegende Euro-Dollar Optionen mit einer Woche Laufzeit in den vergangenen Tagen deutlich zugenommen hat. Schwankt sie in normalen Märkten um zehn Prozent, so liegt sie am Freitag mehr als doppelt so hoch bei 23,5 Prozent. Das ist zwar noch deutlich weniger als das Spitzenniveau, das auf dem bisherigen Höhepunkt der Wirtschafts- und Finanzkrise in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 erreicht worden war.

          Allerdings zeigt sich in dem hohen Volatilitätsniveau die große Nervosität der Anleger. Sie führt dazu, dass sie bereit sind, für die Absicherung gegen und für Wetten auf stark schwankende Wechselkurse hohe Prämien und Preise zu zahlen. Weil sich Optionspreise proportional zur Volatilität entwickeln, sind sie in den vergangenen Tagen mehr als doppelt so teuer geworden, wie unter normalen Umständen.

          So konnten spekulative Anleger zum Beispiel mit dem Kauf eines kurz laufenden Optionsscheins der Deutschen Bank mit der Isin DE000DB7F9F4 (Euro-Dollar-Call, Ausübungspreis von 1,22 Dollar je Euro, Verfall 15. Juni 2010) in gerade einmal zwei Tagen mit etwas Glück und mit Blick auf die technische Lage (siehe auch: Euro - technisch überverkauft) Kursgewinne von bis zu 125 Prozent verzeichnen. Sie setzen sich zusammen aus der deutlichen Kurserholung des Euro gegen den Dollar und der zunehmenden Volatilität. Das sind die beiden wesentlichen Faktoren, die die Preisentwicklung einer Option bestimmen.

          Optionspreise reagieren sehr empfindlich auf Einflussfaktoren

          Da die Optionspreise jedoch sehr empfindlich auf diese Faktoren reagieren, sind diese Instrumente hoch spekulativ und nur für den sophistizierten Anleger geeignet. Er muss genau wissen, wann er kaufen kann und verkaufen muss. Das zeigt sich sowohl daran, dass genau dieser Optionsschein in den vergangenen Wochen der Euro-Korrektur massiv an Wert verloren hat. Er muss auch wissen, dass man Kursgewinne bei solchen Instrumenten nicht aussitzen kann, da ihre Laufzeit befristet ist, da sich die Volatilität normalerweise rasch normalisiert und in diesem Rahmen zu Kursverlusten führen kann und weil schließlich auch der Basiswert rasch wieder in die falsche Richtung laufen kann.

          Die hohe Volatilität macht so sowohl die Spekulation auf starke Kursbewegungen als auch die Kursabsicherungen mittels Optionen teuer und riskant. Es gibt zwar Alternativen wie gewöhnliche Termingeschäfte oder so genannte Hebelscheine, die nicht oder kaum auf Änderungen der Volatilität reagieren. Allerdings ist ihr Risikoprofil nicht asymmetrisch beziehungsweise sie bringen das Risiko mit sich, bei einer Entwicklung der Basis in die falsche Richtung auf eine kritische Schwelle zu treffen, bei der das Produkt wertlos verfällt. Bei großer Volatilität ist genau das Risiko besonders hoch.

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