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Börsenwoche : Schwankende Stimmung durch Konflikte und gute Zahlen

Nancy Pelosi, Sprecherin des US-amerikanischen Repräsentantenhauses, auf ihrem Besuch in Taiwan in dieser Woche Bild: EPA

An der Börse ist die Stimmung zwiegespalten: Die Kaufkraft könnte bis Jahresende geschwächt werden. Andererseits nehmen Anleger brauchbare Zahlen mit.

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          Der Juli war für deutsche Anleger ein guter Monat. Der Aktienindex Dax startete bei rund 12.800 Punkten und endete bei 13.500 Punkten. Und in den ersten Augusttagen ging es gleich so weiter. Dabei sind die äußeren Umstände nicht gerade komfortabel. Die Notenbanken in Washington, Frankfurt und London ziehen mit unterschiedlicher Kraft an der Notbremse. Anleiheprogramme werden zwar weiterhin gefahren, aber die Zinsen sind mehr oder weniger merklich schon auf ein dauerhafteres Hochinflationsszenario eingestellt.

          Philipp Krohn
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Menschen und Wirtschaft“.

          Weltpolitisch hat sich zudem die Situation überhaupt nicht verbessert. Die Kämpfe in den Regionen in der Ost­ukraine dauern an. Durch den Besuch der US-amerikanischen Parlamentssprecherin Nancy Pelosi in Taiwan ist auch dieser Konfliktherd mit China wieder in den Fokus gerückt. Die Führung in Peking reagierte mit Raketentests, die so nah an das Territorium des Inselstaats heranragten wie seit vielen Jahren nicht mehr.

          Doch an der Börse ist die Stimmung zwiegespalten: Einerseits erwarten Fachleute, dass die Kaufkraft bis Jahresende so geschwächt werden könnte, dass auch die Konjunktur eine echte Delle erfährt. Andererseits nehmen Anleger aktuell noch brauchbare Zahlen der Unternehmen mit. Das zeigte sich in dieser Woche, als der Onlinehändler Zalando sein Quartalsergebnis offenlegte und der Aktienkurs zwischenzeitlich zweistellig anzog. Noch deutlicher war der Kursanstieg für das US-Transportunternehmen Uber.

          Einkaufsmanagerindizes sind zur Zeit aussagekräftig

          In solchen unentschiedenen Phasen an der Börse ist der Blick auf aussagekräftige Indikatoren wertvoll. Dazu zählen Einkaufsmanagerindizes, weil aus ihnen abzulesen ist, mit welchem Nachfrageverhalten in den kommenden Monaten die Manager rechnen, die mit der Beschaffung von Komponenten betraut sind. Auch wenn sie nichts Dramatisches andeuten, so zeigt sich doch, dass in vielen Sektoren inzwischen etwas zurückhaltender geplant wird.

          Der Einkaufsmanagerindex der US-Industrie war mit 52,8 Punkten zwar noch 2,8 Punkte oberhalb des Werts, der Wachstum anzeigt. Doch hat er inzwischen den niedrigsten Wert seit mehr als zwei Jahren erreicht. Ob das eine Delle andeutet oder sich der von vielen erwartete Konjunkturabschwung ankündigt? Das lässt sich noch nicht sagen.

          Etwas weiter ist man in der Interpretation der Werte für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland, wo der Schwellenwert von 50 nun erstmals seit zwei Jahren unterschritten wurde. Doch wie gesagt: Eindeutig sind die Signale derzeit nicht, ein Beispiel dafür ist der deutsche Export, der ein Rekordvolumen erreicht hat. Unter den Makroökonomen von Banken und Instituten bleibt er aber weiterhin ein Unsicherheitsfaktor.

          Für Zalando steht Wachstum vorerst nicht an erster Stelle

          Zalando verspricht seinen Aktionären, noch stärker auf seine Rentabilität zu achten. Wachstum soll nicht mehr so stark im Vordergrund stehen. Mit dem Ausblick erfreute das Unternehmen Investoren, die bislang in diesem Jahr unter der schwachen Performance gelitten haben. In dieser Woche zählte die Aktie zu den Wochengewinnern. Bezeichnenderweise gemeinsam mit einem anderen großen Verlierer des bisherigen Jahresverlaufs: Hello Fresh. Auch diese Papiere stiegen in dieser Woche zweistellig im Wert.

          Zum Ende der Woche gab es weniger Unternehmensberichte. Und da diese momentan am meisten positive Kursdynamik erzeugen, flaute das Interesse der Investoren wieder ab. Ganz unterschiedlich bewerteten sie die Leistungen der Deutschen Post, deren Aktienkurs um 5 Prozent zulegte. Dagegen nahmen Anleger Europas größtem Versicherer Allianz den geringeren Überschuss übel. Die Aktie verlor am Freitag zeitweise 3 Prozent ihres Werts. Versicherer waren ein Profiteur der Erholung von der Corona-Krise. Doch die Zeiten sind volatil.

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