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Steuertipp vom Fachmann : Pendler dürfen Jobtickets auch privat nutzen

  • -Aktualisiert am

Pendler profitieren von steuerfreien Jobtickets Bild: dpa

Angestellte können von ihren Chefs steuerfreie Zuschüsse für den Arbeitsweg kassieren – doch es gibt auch einen Wermutstropfen. Was müssen Arbeitnehmer und Arbeitgeber beachten?

          Seit Anfang dieses Jahres ist das Jobticket steuerfrei. Von dieser Steuerfreiheit erfasst sind sowohl Zuschüsse (Barlohn) des Arbeitgebers zu den vom Arbeitnehmer erworbenen Tickets für den mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegten Weg zur Arbeit als auch Fahrausweise, die der Arbeitgeber unentgeltlich oder verbilligt zur Verfügung stellt (Sachbezüge).

          Welche Vorteile genau der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer steuerfrei zukommen lassen kann, erläutert das Bundesfinanzministerium in einem Schreiben vom 15. August 2019. Begünstigt sind hiernach Fahrausweise in Form von Einzelfahrscheinen oder Mehrfahrtenkarten, außerdem Zeitkarten (zum Beispiel Monatstickets, Jahrestickets oder auch die Bahncard 100), Freifahrberechtigungen oder Ermäßigungskarten (zum Beispiel die Bahncard 25).

          Berufliche Fahrten können in öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr (etwa mit dem ICE, IC, EC, dem französischen TGV oder mit Fernbussen auf festgelegten Linien und mit festgelegten Haltepunkten) sowie mit dem öffentlichen Nahverkehr (Stadt-, Vorort- oder Regionalverkehr) zurückgelegt werden.

          Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs ist zusätzlich auch für private Fahrten begünstigt. Private Fahrten im Personenfernverkehr gefährden die Steuerbegünstigung nicht, sofern die beruflichen Fahrten die Anschaffungskosten der Fahrtberechtigung (etwa Bahncard 100) decken.

          Einen Wermutstropfen aber gibt es im Zusammenhang mit der Steuerbefreiung des Jobtickets: Die steuerfreien Zuschüsse mindern die Werbungskosten, die der Arbeitnehmer für den Weg zur Arbeit in seiner Einkommensteuerklärung steuermindernd geltend machen kann (die sogenannte Entfernungspauschale). Außerdem sind die Arbeitgeberleistungen nur steuerfrei, wenn sie zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn geleistet werden. Eine Entgeltumwandlung fällt also nicht unter diese Steuerbegünstigung.

          Christoph Ackermann

          Der Autor ist Steuerberater und Partner bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY.

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