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Stellenabbau der Commerzbank : Vorruhestand mit 56 Jahren

Der Eingang zur Commerzbank-Zentrale Bild: Wolfgang Eilmes

Wie bringt die Commerzbank genügend Mitarbeiter zum „freiwilligen“ Ausscheiden, damit bis zum Jahr 2024 im Inland 9000 Arbeitsplätze frei werden? Auf jeden Fall wird es noch teurer als gedacht.

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          Die Sanierung der Commerzbank wird noch teurer. Für den Abbau von brutto 10.000 von fast 40.000 Vollzeitstellen im In- und Ausland bis zum Jahresende 2024 plant die Commerzbank nun mit gut 2 Milliarden Euro an Kosten, etwa für Abfindungen, statt mit bisher 1,8 Milliarden Euro. Die Kostenerhöhung um 225 Millionen Euro gegenüber den Angaben von Anfang Februar ist auf einen Sozialplan zurückzuführen, den der Vorstand am Freitag mit den Arbeitnehmervertretern für die inländischen Beschäftigten vereinbart hat. Hierzulande soll in der Commerzbank AG 9000 Stellen und damit sogar jeder dritte von 25.000 Arbeitsplätzen wegfallen.

          30.000 Euro „Sprinterprämie“

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit dieser Stellenabbau für die Mitarbeiter möglichst „sozialverträglich“ erfolgt, sieht der Sozialplan auf den ersten Blick großzügige Regeln vor. Neu ist die Möglichkeit, für sieben Jahre statt bisher für vier Jahre in den Vorruhestand zu gehen, das heißt: Alle Mitarbeiter des Jahrgangs 1968 können nach individueller Vereinbarung mit der Bank im Jahr 2024 dann im Alter von 56 Jahren ihren Arbeitsvertrag auflösen und erhalten bis zum Eintritt in den Ruhestand mit 63 Jahren von der Commerzbank nach Informationen der F.A.Z. 70 Prozent ihres Bruttogehalts weiter bezahlt.

          Um die Mitarbeiter in den Vorruhestand zu locken, zahlt die Commerzbank eine „Sprinterprämie“ von dem Vernehmen nach 30.000 Euro. Darüber hinaus gibt es Programme für Altersteilzeit für die Jahrgänge ab 1965 und älter sowie ein Abfindungsprogramm für alle Mitarbeiter, die im Alter von 56 Jahren und älter „freiwillig“ ausscheiden. „Dieses Geld ist gut investiert, denn es erhöht unsere Planungssicherheit bei der Umsetzung des Stellenabbaus“, sagte der seit 1. Januar 2021 amtierende Vorstandsvorsitzende Manfred Knof zu den Mehrausgaben für den Sozialplan, die im zweiten Quartal gebucht werden sollen.

          Ver.di atmet auf

          Für die Gewerkschaft ver.di ist durch den Sozialplan eine „Transfergesellschaft vom Tisch, betriebsbedingte Kündigungen de facto nicht möglich“. Die Gewerkschaft macht sich eher Sorgen, dass „zu viele Beschäftigte zu schnell gehen wollen“ und die restliche Belegschaft überlastet werde. Allerdings ist keineswegs ausgemacht, dass genügend Mitarbeiter die Abfindungsprogramme annehmen. Vorstand und Arbeitnehmervertreter haben sich verständigt, dass die Bank im ersten Quartal 2023 den „Stand des vereinbarten Abbaus prüft“, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Zu weiteren dann möglicherweise erforderlichen Schritten „gehören kollektive Arbeitszeitverkürzung und betriebsbedingte Kürzungen als letztes Mittel“, heißt es weiter.

          Die Commerzbank hatte schon im April 2021 ein Freiwilligenprogramm abgeschlossen, mit dem sie 1700 Stellen bis Jahresende 2021 frei bekommt, und dafür 470 Millionen Euro aufwendet. Hier betrug die „Sprinterprämie“ sogar 60.000 Euro. Die Commerzbank will ihre Kosten bis 2024 durch den Arbeitsplatzabbau und die Schließung von 350 Filialen und 15 Auslandsstützpunkten von zuletzt 6,7 auf 5,3 Milliarden Euro im Jahr senken.

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