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Bilanzskandal : Steinhoff muss weitere Bilanzen neu aufstellen

  • Aktualisiert am

Der Verwaltungssitz von Steinhoff in Westerstede (Niedersachsen). Bild: dpa

Der Möbelkonzern Steinhoff muss weitere Bilanzen neu aufstellen. Tragweite und Dauer des Skandals bleiben weiter unklar. Der Aktienkurs steigt, doch ist die Bewegung nicht von Belang.

          Der Bilanzskandal beim Poco-Mutterkonzern Steinhoff weitet sich aus. Nach den Bilanzen 2016 und 2017 stellt der weltweit zweitgrößte Möbelkonzern hinter Ikea nun auch den Abschluss 2015 neu auf, wie Steinhoff am Dienstag mitteilte. Zudem sollen vorsichtshalber auch die Jahre davor nochmals in Augenschein genommen werden.

          Grund sei unter anderem, dass die Unregelmäßigkeiten bei der Bilanzierung auch das Eigentum bestimmter europäischer Töchter bis zum 1. April 2016 betreffe. Die Bilanzen von zwei Beteiligungsgesellschaften aus den Jahren 2015 und 2016 seien daher nicht mehr verlässlich, sie müssten geändert werden.

          Nach wie vor ist das Ausmaß der Unregelmäßigkeiten unklar, ebenso wann die Prüfung der Zahlenwerke abgeschlossen werden könne. Die Ratingagentur Moody’s hatte schon Ende des Jahres die Bewertung der Bonität des Konzerns auf die drittniedrigste Stufe „Caa1“ gesenkt. Die Bonitätswächter prüfen zudem eine weitere Herabstufung.

          Gegen Steinhoff laufen in Deutschland bereits seit zwei Jahren Ermittlungen wegen möglicher Bilanzfälschungen. Wegen der Vorwürfe hatte der Möbelkonzern zuletzt die Veröffentlichung von Geschäftszahlen verschoben und seine Bilanz 2016 mit der Begründung zurückgezogen, dass die Zahlen nicht mehr zuverlässig seien. Laut der bisherigen Bilanz 2016 steht Steinhoff mit über 16 Milliarden Euro bei Banken in der Kreide.

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          Der Aktienkurs von Steinhoff reagierte auf die neuen Botschaften nicht. Da für eine Aktie aktuell ohnehin nur noch 0,335 Euro bezahlt werden, kann der Aufschlag von sechs Prozent oder 1,8 Cent als Zufallsbewegung gelten.

          Auch der Aufschlag von 22 Prozent am Morgen hat nicht zu heißen, dass die Nachricht positiv zu sehen wäre. Vielmehr wird in solchen Fällen rein spekulativ agiert, bisweilen auch ohne Ansehen des Inhalts einer Nachricht.

          Anfang Dezember hatte die Steinhoff-Aktie noch rund 3,40 Euro gekostet, im Sommer 2016 hatte sie ihren Höchstkurs bei 6,143 Euro erreicht.

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