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Nach Bilanzskandal : Steigt Wirecard direkt in den S-Dax ab?

Das Logo des Zahlungsabwicklers Wirecard an der Firmenzentrale in München Bild: EPA

Anleger fragen sich, wie lange sich der Zahlungsdienstleister noch im Dax halten kann. Für einen Rauswurf aus der ersten Börsen-Liga gibt es harte Regeln. Vielleicht gibt es ein Novum.

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          Wirecard versinkt im Strudel seines Bilanzskandals. Viele Anleger fragen sich, wie ein solcher Absturz bei einem Dax-Konzern möglich ist und vor allem: Was muss noch passieren, damit der Zahlungsdienstleister aus der Spitzenliga der Deutschen Börse ausgeschlossen wird?

          Von dem Börsenbetreiber kommt darauf eine nüchterne Antwort: „Die Deutsche Börse setzt konsequent die bestehenden Regelwerke und die gesetzlichen Vorgaben um.“ Will heißen: Im September wird turnusgemäß überprüft, ob der Durchschnittspreis der Wirecard-Aktien in den vergangenen 20 Handelstagen gewichtet mit den Handelsumsätzen noch für den Dax reicht.

          Zu klein für den M-Dax?

          Nach dem aktuellen Börsenwert von weniger als 3 Milliarden Euro würde Wirecard sogar im M-Dax zu den Leichtgewichten gehören. Je nachdem wie stark das Anlegerinteresse und damit die Handelsumsätze im Septmeber noch sind, könnte also auch ein direkter Abstieg in den S-Dax drohen. Das hat es noch nie gegeben.

          Für einen vorzeitigen Rauswurf aus dem Dax gibt es in den Regularien der Börse kaum eine Handhabe. Selbst ein Insolvenzantrag würde erst zur nächsten regelmäßigen Indexanpassung berücksichtigt. Nur wenn ein solcher Antrag mangels Masse abgelehnt wird oder das Unternehmen bereits liquidiert wird, würde es vorzeitig aus dem Index gestrichen.

          Wichtig für ETF-Anleger

          Ganz die Augen verschließt die Deutsche Börse vor dem Fall Wirecard aber nicht: „Wir überprüfen regelmäßig unsere Indexregeln, auch vor dem Hintergrund der Dynamik der vergangenen Wochen und Monate“, heißt es von einem Sprecher. 

          „Auch Ereignisse von einzelnen Dax-Werten fließen in unsere Überlegungen ein, sofern sich daraus sinnvolle Schlussfolgerungen für die Indexzusammensetzung ziehen lassen.“

          Ob Wirecard im Index ist oder nicht, ist nicht zuletzt für ETF-Anleger wichtig, weil sich die Aktien weiterhin in ihren Dax-Fonds befinden. Nach dem Kurssturz der vergangenen Tage liegt die Gewichtung von Wirecard unter den 30 Dax-Konzernen aber nur noch bei 0,17 Prozent.

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