https://www.faz.net/-gv6-a32me

Milliarden-Spekulation : Steckt dieser japanische Investor hinter der Rally der Tech-Aktien?

  • Aktualisiert am

Masayoshi Son ist Gründer und Vorstandsvorsitzender von Softbank. Bild: dpa

Wieso sind die Kurse amerikanischer Internetunternehmen zuletzt so stark gestiegen? Berichten zufolge liegt das auch am Engagement eines Anlegers aus Fernost.

          2 Min.

          Die Aktienkurse amerikanischer Technologie-Unternehmen sind in diesem Jahr stark gestiegen. Während infolge der Coronavirus-Pandemie die wirtschaftliche Aktivität rund um den Globus merklich zurückgefahren wurde, stiegen die Börsenkurse von Unternehmen wie Amazon oder Apple auf neue Höchstwerte, Anleger hielten den iPhone-Hersteller im August vorübergehend sogar für 2 Billion Dollar wert.

          Während Analysten die steigenden Kurse vornehmlich damit rechtfertigen, dass die Dienste der Internetunternehmen infolge der Pandemie noch gefragter sind, macht nun eine zusätzliche Erklärung die Runde. Nach Berichten der angelsächsischen Finanzzeitung „Financial Times“ und des „Wall Street Journal“ hat insbesondere die japanische Investitionsgesellschaft Softbank in der jüngeren Vergangenheit massiv auf steigende Aktienkurse an der Technologiebörse Nasdaq spekuliert - und dafür Milliarden Dollar in entsprechende, auf der Aktienkursentwicklung basierende Instrumente.

          „SoftBank als 'Nasdaq-Wal' entlarvt, der die Technologierallye angeheizt hat“, titelte die Financial Times. „Wal“ ist eine in der Finanzbranche nicht unübliche Bezeichnung für einen bedeutenden Investor. Die „FT“ und das „Wall Street Journal“ berufen sich auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das Unternehmen Softbank äußerte sich den Berichten zufolge bislang nicht auf darauf bezogene Anfragen.

          Nasdaq-Rücksetzer in dieser Woche

          Den Berichten zufolge erwarb Softbank in der jüngeren Vergangenheit umfangreich sogenannte Call-Optionen. Das sind von Aktien abgeleitete Titel, mit deren Hilfe Anleger auf steigende Aktienkurse der dahinterstehenden Titel setzen können. Sie enthalten bestimmt Fristen.

          Als Indizien führen die Berichte das außergewöhnliche Handelsvolumen in diesen Papieren an. Nach Angaben der Bank Goldman Sachs, auf die sich die „FT“ ebenfalls bezieht, war es bezogen auf einzelne amerikanische Aktien kürzlich dreimal so hoch wie im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2019.

          Der japanische Investor Softbank, gegründet 1981, hätte sich mit diesem Engagement in einen neuen Bereich vorgewagt. Traditionell gilt das Unternehmen als eher langfristig orientierter Anleger, das sich zumal an (noch) nicht an der Börse notierten Firmen beteiligt.

          Die Nasdaq wiederum geriet in dieser Woche in die Schlagzeilen, nachdem der Leitindex der Technologie-Börse am Donnerstag um ungefähr 5 Prozent gefallen war und auch am Freitag weitere Verluste verzeichnete. Zuvor war war von Rekord zu Rekord geeilt über ungefähr zwei Wochen.

          „Wenn es stimmt, dass Softbank das tut, wäre das ein weiteres Zeichen dafür, dass das fundamentale Bild hier von den Aktienkursen abgekoppelt ist“, sagte der amerikanische Tech-Investor Roger McNamee dem Finanzsender CNBC.

          Weitere Themen

          P&R-Gläubiger dürfen hoffen

          Anlagebetrug : P&R-Gläubiger dürfen hoffen

          Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat aus der Containerverwertung 435 Millionen Euro gesichert. Die Anleger sollen im ersten Quartal 2021 erste Rückzahlungen erhalten.

          Schwacher Dollar verunsichert Dax-Anleger

          Die Börsenwoche : Schwacher Dollar verunsichert Dax-Anleger

          Aktien von Exportunternehmen können bei Wechselkursänderungen Probleme bekommen. Begehrte Marken zeigen in solchen Situationen ihre Stärke – denn deren internationale Kundschaft schaut weniger auf den Preis.

          Topmeldungen

          Wollen keine Spaltung: Biden und Harris am 1. Dezember in Wilmington

          Joe Biden gegen Spaltung : Die Botschaft lautet Zuversicht

          Biden glaubt, dass Kompromisse zwischen Demokraten und Republikanern möglich sind – trotz aller Polarisierung. Ein Einlenken beim Abzug der Soldaten aus Deutschland scheint ein erstes Zeichen dafür zu sein.
          Pfizer stellt den Impfstoff in Belgien und den Vereinigten Staaten her.

          Impfstoffherstellung : Qualitätsproblem bremst Biontech

          Pfizer und Biontech müssen ihrem hohen Tempo Tribut zollen und können nur halb so viele Impfstoffdosen liefern wie ursprünglich geplant. Wer macht das Rennen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.