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Investieren im Netz : Die Crowd hat die besseren Start-ups

Geschenkidee für Narzissten: Abbild in 3D Bild: Twinkind

Crowdfinanzierte, junge Unternehmen verzeichen weniger Insolvenzen als der Durchschnitt. Derzeit wird aber um den Anlegerschutz der Finanzierungen heftig gerungen.

          Crowdfunding hat sich als Finanzierungsform für Unternehmensgründer etablieren können. Seit dem Jahr 2012 sind es jährlich etwa 40 junge Unternehmen, die bei Anlegern im Internet durchschnittlich etwas mehr als 300.000 Euro borgen wollen, wobei fast drei Viertel der Finanzierungssummen kleiner sind. Insgesamt hat der Schwarm auf diese Weise in sieben Jahren schon 71,5 Millionen Euro verliehen.

          Martin Hock

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Seit drei Jahren machen aber immer mehr Investoren die Erfahrung, dass auch diese Investments einiges an Risiken bergen. Als im Februar 2014 die Plattform Seedmatch den Anlegern mitteilte, dass die Online-Plattform für Schutzrechtsrecherchen Blue Patent in die Insolvenz gehe, war dies die erste Pleite eines Unternehmens, das sich über eine deutsche Crowdfunding-Plattform finanziert hatte. Seitdem scheiterte durchschnittlich etwa alle vier Wochen eine weitere Crowdfinanzierung. Erst vor kurzem musste die Sashay GmbH, die unter dem Namen Lampuga motorisierte Surfbretter anbot, einen Insolvenzantrag stellen.

          Insgesamt 240 Start-up-Finanzierungen

          Der Umgang der vermittelnden Plattformen mit den Fehlschlägen ist dabei recht unterschiedlich. Einige, wie die größten Anbieter in Deutschland, Companisto oder Seedmatch, kennzeichnen gescheiterte Projekte. Es gibt jedoch unterschiedliche Auffassungen, wann ein Projekt als gescheitert anzusehen ist. Seedmatch etwa kennzeichnet Fundings erst dann als gescheitert, wenn ein Liquidations- oder Insolvenzverfahren abgeschlossen ist. Denn es sei immer möglich, dass das Unternehmen und mit ihm die Finanzierung noch gerettet würden, heißt es von der Plattform. Die Start-ups verpflichteten sich grundsätzlich auch in dieser Zeit dazu, Investoren und Plattform „engmaschig“ über relevante Änderungen zu informieren.