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Starke Kursgewinne : Lufthansa-Aktien deutlich im Plus

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Sind an diesem Freitag der mit großem Abstand größte Kursgewinner im Dax: Die Anteile an der Lufthansa. Bild: Reuters

Deutschlands größte Fluggesellschaft hat im Sommer besser verdient als gedacht, sagt der Chef. Die Börse jubelt. Und es geht um den Streit mit den Piloten.

          Der Aktienkurs der Deutschen Lufthansa schießt gerade nach oben. Im Tagesverlauf waren die Papiere vorübergehend sogar beinahe 7 Prozent mehr Wert als am Donnerstagabend. Der deutsche Standardwerte-Index Dax tendierte demgegenüber sogar mit gut 2 Prozent im Minus.

          Lufthansa-Konzernchef Carsten Spohr sagte zuvor: „Wir hatten den besten Sommer überhaupt.“ Juli und August seien deutlich besser gelaufen als erwartet. Den angepeilten bereinigten Gewinn von mehr als 1,5 Milliarden Euro vor Zinsen und Steuern (Ebit) werde die Lufthansa „komfortabel erreichen“.

          Zugleich setzt Spohr setzt auf die Rückendeckung seiner Aktionäre im andauernden Arbeitskampf mit den Piloten, der gerade wieder ohne Ergebnis geblieben war. „Per se goutiert der Finanzmarkt, wenn wir in diesen Arbeitskämpfen hart bleiben“, sagte Spohr am Donnerstagabend vor Journalisten in Stuttgart. „Ich glaube, die Aktionäre stehen hinter uns, dass diese notwendige Kostensenkung stattfinden muss.“

          Gerade noch im Dax geblieben

          Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hatte am Mittwoch die Gespräche mit dem Unternehmen abermals für gescheitert erklärt. Passagiere der Lufthansa müssen sich daher in den kommenden Wochen auf neue Streiks einstellen.

          Nach Darstellung der VC-Gewerkschaft hat die Lufthansa es in einem Spitzengespräch mit Spohr abgelehnt, die geplante Verlagerung von Flugzeugen und Jobs ins Ausland für die Zeit der Verhandlungen auszusetzen. „Es geht nicht anders: Wir müssen, um die Führungsrolle zu erhalten und nicht von Low-Cost-Carriern verdrängt zu werden, unsere Kostensituation auf das Niveau der Wettbewerber bringen“, begründete Spohr seine Linie.

          „Natürlich ist jeder Streiktag aus Sicht unserer Kunden einer zu
          viel“, ergänzte er. Trotz der Arbeitskämpfe sei die Auslastung aber zuletzt so hoch gewesen wie nie in der Geschichte der Lufthansa.

          Seit dem Jahresbeginn hat die Lufthansa-Aktie gut ein Fünftel an Wert verloren. Denn die Streiks kosten auch: 2014 hatten sie den operativen Gewinn des größten europäischen Luftverkehrskonzerns schon mit 222 Millionen Euro belastet. In diesem Jahr kamen bislang weitere Ergebnisbelastungen von 100 Millionen Euro hinzu.

          Zuletzt war wegen des Kursrückgangs unklar gewesen, ob die Papiere wegen des gesunkenen Börsenwerts noch im Dax bleiben würden. In der jüngsten Überprüfung hat es die Lufthansa nun aber noch einmal geschafft. „Wir sind im Dax geblieben - und das ist auch wichtig, weil wir ja auf deutsche Aktionäre angewiesen sind aufgrund der Verkehrsrechtssituation“, erklärte Spohr.

          Die Lufthansa ist nach dem Luftverkehrsnachweis-Sicherungsgesetz verpflichtet, ihre Aktionärsstruktur regelmäßig zu überprüfen, um sicherzustellen, dass die Fluggesellschaft mehrheitlich unter deutscher beziehungsweise europäischer Kontrolle bleibt.

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