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Staatschulden : China nicht mehr größter Gläubiger Amerikas

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Der Dollar ist als Geldanlage international gefragt Bild: dpa

Die Volksrepublik bleibt ein wichtiger Investor in amerikanische Staatsschulden. Doch an erster Stelle liegen nun die Japaner.

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          Japan hat China als größten Gläubiger der Vereinigten Staaten abgelöst. Das zeigen am Donnerstag vom Finanzministerium in Washington veröffentlichte Daten. Demnach hielt Japan im Juni amerikanische Staatsanleihen im Volumen von 1,122 Billionen Dollar, während China nur noch auf 1,112 Billionen Dollar kam. Der Wert von amerikanischen Schuldtiteln, die vom Ausland gehalten werden, belief sich im Berichtsmonat auf 6,636 Billionen Dollar nach 6,539 Billionen Dollar im Mai. Damit waren amerikanische Staatspapiere weiter als sicherer Hafen gefragt.

          China hatte Japan als größten Gläubiger Amerikas erstmals im September 2008 überrundet. Der größte Teil der Schulden wird allerdings von Amerikanern selbst gehalten – etwa von Bundesstaaten und Kommunen, der Zentralbank, Pensionsfonds und anderen institutionellen und privaten Anlegern.

          Welche Länder die amerikanischen Schuldtitel halten, lässt sich nicht auf den letzten Dollar beziffern. Denn ein nicht unerheblicher Teil liegt in Steueroasen, was den tatsächlichen Sitz der Investoren verschleiert. So stehen die Kaimaninseln mit 226 Milliarden Dollaran an achter Stelle des Rankings der amerikanischen Gläubiger. Auch das zu China gehörende Hongkong ist mit 215 Milliarden Dollar ein großer Investor in amerikanische Staatsschulden.

          Angesichts der Turbulenzen an den Aktienmärkten und wachsender internationaler Spannungen steigt die Nachfrage nach sicheren Staatsanleihen. Amerika gilt als kreditwürdiger Schuldner, der Dollar ist eine international einsetzbare Währung. Gefragt waren in dieser Woche vor allem langlaufende amerikanische Titel. Das gilt als Zeichen dafür, dass Investoren riskante Anlagen scheuen und ihr Geld lieber langfristig parken. Die Suche nach Sicherheit hat die Zinsstruktur der Anleihen durcheinander gebracht, was auch die Aktienmärkte als Krisensignal interpretierten.

          Nach Daten des amerikanischen Finanzministeriums sank die Rendite 10-jähriger Anleihen am Donnerstag auf 1,52 Prozent. Anfang August hatte sie noch 1,90 Prozent betragen. Damit sank ihre effektive Verzinsung unter die Rendite amerikanischer Staatsanleihen mit nur einjähriger Laufzeit. Deren Rendite betrug zum Handelsschluss am Donnerstag 1,72 Prozent. In normalen Zeiten dagegen ist die Rendite langfristiger Anlagen größer.

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          Mit einem Anteil von mehr als 17 Prozent an den amerikanischen Auslandsschulden bleibt die Volksrepublik China ein wichtiger Gläubiger der Vereinigten Staaten. Ob China diese Position als Druckmittel im Handelsstreit einsetzen kann, ist zu bezweifeln. Denn die Nachfrage nach amerikanischen Schuldtiteln bleibt wegen der Unsicherheit bei Investoren überall auf der Welt hoch.

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