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Milliarden-Raub : Verdächtige lebten in Saus und Braus

Bugatti Veyron auf einer Automesse – Das Modell war auch bei den von Schweizer Behörden gesuchten Verdächtigen beliebt Bild: dpa

Internationale Kriminelle haben den Staatsfonds von Malaysia ausgeraubt. Schweizer Ermittler sind den veruntreuten Milliarden auf der Spur – ein Krimi, der von einem mysteriösen Araber handelt und von superschnellen Luxusautos.

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          Eine Vermisstenmeldung der besonderen Art hat am Mittwoch der „Tagesanzeiger“ aus Zürich abgedruckt. Dabei ging es nicht um eine Person, sondern um eine Luxuslimousine: einen Bugatti Veyron, dessen Karosserie mit 24-karätigem Gold beschichtet ist. Das einige Millionen teure Gefährt ist eines von 50 Boliden aus dem Besitz von Khadem al-Qubaisi, welche die Schweizer Bundesanwaltschaft gerne finden und beschlagnahmen würde.

          Johannes Ritter
          Korrespondent für Politik und Wirtschaft in der Schweiz.

          Der Mann aus den Vereinigten Arabischen Emiraten steht unter dem Verdacht, sich in dem gewaltigen Korruptionsfall rund um den ehemaligen malaysischen Staatfonds 1MDB der Geldwäsche und der Korruption schuldig gemacht zu haben.

          Unschuld beteuert

          Wegen eines anderen Vergehens sitzt al-Qubaisi, der seine Unschuld beteuert, derzeit in Abu Dhabi hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaften von mindestens sechs Ländern sind einer Gruppe Krimineller auf der Spur, die Milliardenbeträge aus dem steuerfinanzierten Staatsfonds abgezweigt und in Luxusgüter, Immobilien, Partys und sogar Hollywood-Filmprojekte gesteckt hatten.

          Dabei stehen die Schweizer Ermittler deshalb im Mittelpunkt, weil mehr als 7 Milliarden Dollar über die Konten Schweizer Banken transferiert wurden. Eine davon war die Falcon Private Bank, die nachweislich gegen Geldwäschegesetze verstoßen hat und dafür sowohl in der Schweiz als auch in Singapur bestraft wurde. Der Beschuldigte al-Qubaisi war einst Präsident des Falcon-Verwaltungsrats. In der Schweiz scheint er in Saus und Braus gelebt zu haben.

          Wie der „Tagesanzeiger“ berichtet, hat ein Genfer Zivilgericht die Beschlagnahmung von 61 Luxuslimousinen aus dessen Besitz verfügt, darunter Wagen der Marken Ferrari, Lamborghini, Porsche, Rolls-Royce, Koenigsegg und Pagani. Elf dieser Autos hat das Gericht bereits gefunden. Die Ermittler vermuten, dass sich die noch gesuchten Edelschlitten auch außerhalb der Schweiz befinden. Tatsächlich hat man nun offenbar einige von ihnen in einem Münchner Autohaus gefunden.

          Im Rahmen ihres Kampfes gegen Geldwäsche und Korruption hat die Bundesanwaltschaft nach früheren Angaben bereits Vermögenswerte von insgesamt 6 Milliarden Franken in der Schweiz beschlagnahmt. Die größten Einzelsummen stammen aus dem Umfeld von ausländischen Potentaten, die einst ihr Geld in der Schweiz ins Trockene gebracht haben.

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