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Nach schleppender Zeichnung : Springer Nature verschiebt Börsengang

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Das Einläuten des Börsenzeitalters bleibt Springer Nature vorerst verwehrt. Bild: Wolfgang Eilmes

Börsengänge sind in Deutschland nicht leicht. Gelang dies zuletzt Siemens Healthineers und der DWS, so ist Springer Nature jetzt gescheitert.

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          Der Wissenschaftsverlag Springer Nature legt seinen Börsengang auf Eis. Das für Mittwoch geplante Börsendebüt werde verschoben, teilte Springer Nature am Dienstag mit. Der Schritt wurde mit dem Marktumfeld begründet. Einen Termin für einen neuen Anlauf nannte das von der Verlagsgruppe Holtzbrinck und dem Finanzinvestor BC Partners kontrollierte Unternehmen nicht.

          Die Verlagsgruppe und der Finanzinvestor hatten auf einen Emissionserlös von bis zu 1,6 Milliarden Euro gehofft, davon sollten 1,2 Milliarden Euro an Springer Nature selbst zum Schuldenabbau fließen. Doch der Börsengang, dessen Zeichnungsfrist vor fast zwei Wochen begonnen hatte, verlief von Anfang an schleppend.

          Dabei hatte Holtzbrinck als Mehrheitseigentümer seine Order in der vergangenen Woche auf 200 Millionen Euro verdoppelt. Am Montagmittag hatten die begleitenden Banken noch Zuversicht demonstriert und immerhin in Aussicht gestellt, dass die Aktien zum Preis von 10,50 Euro am unteren Ende der Preisspanne ausgegeben werden könnten.

          Am Dienstagabend zogen die Eigentümer dann jedoch die Reißleine. Wann sie einen neuen Anlauf wagen, ist unklar. Man werde das Marktumfeld und die Möglichkeiten eines Börsengangs in der Zukunft genau bewerten, hieß es vom Unternehmen.

          Dauerbrenner

          Springer Nature bringt jährlich 13.000 Fachbuch-Titel auf den Markt und verlegt fast 3000 Fachzeitschriften wie das Wissenschaftsmagazin „Nature“. Im vergangenen Jahr kam Springer Nature mit 13.000 Mitarbeitern auf einen Umsatz von 1,64 Milliarden Euro. Auf dem Unternehmen lasten drei Milliarden Euro Schulden, die durch den Börsengang eigentlich abgebaut werden sollten.

          Ähnlich wie einst der Börsengang des Versicherers Talanx scheint sich auch der von Springer Nature oder dem Vorgänger Springer Science zu einem Phantom zu entwickeln. 2015 war der Börsengang „in wenigen  Jahren“ angekündigt worden, das wäre nun eingetroffen.

          Tatsächlich aber wurde der Verlag In der Vergangenheit von Finanzinvestor zu Finanzinvestor weiter gereicht. 2013 war ein Börsengang schon in Planung, dann aber verkaufte EQT Springer Science doch an BC Partners. EQT hatte den Verlag seinerseits 2009 von Candover und Cinven erworben. Candover hatte 2004 gesagt, Springer bis 2007 kapitalmarktfähig machen wollen.

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