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EuGH-Urteil : Spielen Verbraucher jetzt ihren „Widerrufsjoker“ aus?

Bild: obs

Die Frage, ob sich Banken bei ihren Informationspflichten gegenüber Kunden an europäische oder nationale Vorgaben halten müssen, stellt sich derzeit bei Verbraucherkreditverträgen. Bisher sieht der Bundesgerichtshof nur die nationalen Regelungen als verbindlich an.

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          Vor wenigen Tagen hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden, dass Banken und Kreditinstitute ihre Privatkunden klar und prägnant über Widerrufsfristen informieren müssen. Nicht ausreichend sollen Angaben in Darlehensverträgen sein, die auf eine nationale Vorschrift verweisen, die ihrerseits weiterverweisen. Dies ist nach Ansicht der Luxemburger Richter nicht zulässig (F.A.Z. vom 27. März).

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Weil diese Klausel in Millionen von Verbraucherkreditverträgen in den Jahren von 2010 bis 2016 verwendet wurden, wittern Anwälte ein Geschäft. Wer in diesem Zeitraum eine Immobilie finanziert oder einen Kredit für einen Autokauf aufgenommen hat, wird aufgefordert, seinen Vertrag zu prüfen. Mancher spricht schon von der Rückkehr des „Widerrufsjokers“. Mit dem könnten Verbraucher aus Darlehensverträgen mit höheren Zinsen aussteigen.

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