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Spekulationssteuer : Verluste realisieren lohnt sich

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Steuern sparen macht Spass!
          1 Min.

          Schmerz lass nach: Noch immer fällt der Blick des Aktionärs in sein Depot meist trübe aus. Kaum ein Wert, den er im vergangenen Jahr gekauft hat, konnte seinen Einstandskurs halten. Statt dessen überall rote Vorzeichen. So schwer es dem Anleger auch fallen mag: Verluste zu realisieren kann sich steuerlich lohnen!

          Ganz abgesehen von dem übergeordneten Grundsatz, dass man sich von Enttäuschungen bei Zeiten lösen sollte. Steuerlich lohnt sich der Verkauf von Verlustpositionen dann, wenn seit dem Kauf noch keine zwölf Monate verstrichen sind. Innerhalb dieser so genannten Spekulationsfrist sind alle realisierten Kursgewinne steuerpflichtig, wenn ihre Summe die jährliche Freigrenze von 999,99 Mark überschreitet. Im Gegenzug musste der Gesetzgeber aber die Verrechnung dieser Gewinne mit Kursverlusten zulassen.

          Mit diesen kann der Steuerpflichtige seine Gewinnsumme im Kalenderjahr verringern oder möglicherweise wieder unter die Freigrenze drücken. Das gilt jedoch wiederum nur für die Verluste, die innerhalb der Spekulationsfrist realisiert werden. Wartet der Investor länger, bis er sich von seinem einstigen Liebling trennt, bleibt er auf dem Verlust alleine sitzen.

          Für Aktionäre ist es daher fast immer sinnvoll, ihre stark abgestürzten Aktien vor Ablauf eines Jahres wieder los zu werden. „Diese Möglichkeit sollten Anleger auf jeden Fall nutzen“, bekräftigt Klaus Büttner von der WFBV Vermögensverwaltung. Besonderer Reiz dabei: die Verluste können zeitlich unbegrenzt vorgetragen werden, also auch mit in späteren Jahren anfallenden Gewinnen verrechnet werden. Alternativ ist sogar ein „Verlustrücktrag“ ins Vorjahr möglich. Das heißt, die Miesen können auch mit versteuerten Kursgewinnen aus dem Jahr 2000 verrechnet werden. Die gezahlte Spekulationssteuer wird in diesem Fall wieder erstattet. Über die Jahre davor streiten die Experten noch.

          Vorsicht beim Wiedereinstieg

          Nur in Einzelfällen, besonders bei nur leichten Verlusten, die sich in absehbarer Zeit in - dann steuerfreie - Gewinne verwandeln könnten, sollte von dem Grundsatz abgewichen werden. Gewisse Vorsicht ist auch bei einem zeitnahen Wiedereinstieg in denselben Titel geboten, warnt Vermögensverwalter Jens Pook von Packenius, Mademann & Partner. In dem Fall nämlich, dass sich der Wert unterdessen kaum bewegt hat, könnte der Fiskus von einem so genannten „Gestaltungsmissbrauch“ ausgehen. Im Klartext, der vorherige Verkauf wäre ziemlich offensichtlich nur zu dem Zweck erfolgt, die Steuerlast zu verringern. Solche Einreden des Finanzamts sind allerdings ziemlich selten.

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