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Aufruf der Bafin : Aufdringlich volksnah

  • -Aktualisiert am

Bafin-Logo am Bonner Standort der Finanzaufsichtsbehörde Bild: Reuters

Die Finanzaufsicht Bafin rät Verbrauchern zu juristischer Gegenwehr, wenn Banken lukrative Prämiensparverträge rechtswidrig kündigen. Doch egal wie die Gerichte entscheiden – an der ökonomischen Realität niedriger Zinsen kommt kein Sparer vorbei.

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          Es ist bemerkenswert, wie die Bafin in einem schon lange währenden Streit zwischen Sparern und Sparkassen um lukrative Prämien nun Position bezieht. Die Finanzaufsicht schickt die Bankkunden per öffentlichem Appell auf den Rechtsweg und empfiehlt, einen Anwalt zu Rate zu ziehen.

          Es geht um die Frage, ob Kreditinstitute die in langfristig laufenden Sparverträgen vereinbarten üppigen Zusatzprämien trotz rekordniedriger Marktzinsen weiter auszahlen müssen. Erste Gerichtsurteile zeigen, dass Banken sich teils rechtswidrig von ihren teuren Verpflichtungen befreien wollten. Da wirkt der Bafin-Appell fast schon aufdringlich volksnah.

          Zu einer fairen Betrachtung gehört daher der Hinweis, dass Verbraucher mit Banken nicht nur als Sparer in geschäftlicher Verbindung stehen, sondern auch als Schuldner. So haben Hauskäufer seit Beginn der Niedrigzinsphase mit Hilfe findiger Anwälte Formfehler in ihren Kreditverträgen ausgenutzt, um vorzeitig in den Genuss sinkender Zinsen zu kommen.

          Egal was die Juristen am Ende sagen: Wirtschaftlich wird es nicht funktionieren, wenn Verbraucher hohe Sparprämien kassieren und gleichzeitig Kredite zum Tiefstzins in Anspruch nehmen.

          Mark Fehr

          Redakteur in der Wirtschaft.

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