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Sparkassen-Zinsvergleich : Sparkassen in Bayern zahlen geringste Zinsen

Der Vergleich von Correctiv und dieser Zeitung zeigt auch erhebliche Unterschiede zwischen den Sparkassen bei denjenigen Zinsen, welche die Institute verlangen, wenn ein Kunde sein Girokonto im Rahmen des Vereinbarten überzieht („Dispo“) und darüber hinaus ins Minus gerät („Überziehungszins“). Den höchsten Dispokreditzins verlangt die Sparkasse Scheeßel (Niedersachsen) mit 12,75 Prozent, am günstigsten ist die Sparkasse Holstein mit 5,71 Prozent.

Allerdings gehört diese Sparkasse aus Bad Oldesloe/Eutin auch zu denen, die mit 0,01 Prozent Guthabenzins auf das Sparbuch mit am wenigsten zahlen. Die Sparkasse im thüringischen Jena-Saale-Holzland hingegen unterscheidet nicht Dispo- und Überziehungskreditzins. Ihr Überziehungszins von 6,85 Prozent ist von allen Sparkassen am günstigsten. Allerdings zahlt auch diese Sparkasse nur 0,01 Prozent Guthabenzins auf das Sparbuch.

Noch größer klaffen Guthabenzinsen und Dispo- beziehungsweise Überziehungszinsen bei einigen bayerischen Sparkassen auseinander: Die Sparkasse Rothenburg, die das Geld auf dem Sparbuch lediglich mit 0,005 Prozent Zins und damit bundesweit am zweitschlechtesten vergütet, langt für den Dispo-Kredit mit 12,453 Prozent besonders kräftig hin.

Von allen Sparkassenkunden in Deutschland müssen die der Sparkasse im niedersächsischen Scheeßel am meisten aufbringen, wenn sie einen Dispo-Zins benötigen. Dann werden 12,75 Prozent fällig. Bei nicht vereinbarter Überziehung verlangt die Kreissparkasse Mittelsachsen sogar 18,330 Prozent, die Sparkasse im baden-württembergischen Staufen-Breisach 18 Prozent. Zehn weitere Sparkassen, darunter vier aus Nordrhein-Westfalen, verlangen für die nicht vereinbarte Kontoüberziehung mehr als 17 Prozent, während sie die Guthaben auf dem Girokonto gar nicht und die Guthaben auf dem Sparbuch mit maximal 0,1 Prozent verzinsen.

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Die Sparkassenverbände rechtfertigen die Zinsspanne zwischen Kredit- und Einlagezinsen mit den hohen Kosten für Filialen und Mitarbeiter der Sparkassen, die mit dem erwirtschafteten Zinsüberschuss finanziert werden müssen. Außerdem haben die meisten Sparkassen einen Einlagenüberschuss, sie haben also mehr Geld von Sparern erhalten als sie an Krediten vergeben haben. Besonders schwach ist die Kreditnachfrage in Ostdeutschland. Die 45 Sparkassen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt müssen deshalb zwei von drei Euro an Kundeneinlagen bei der Zentralbank oder am Kapitalmarkt anlegen.

Die Bankenaufsicht schreibt für dieses „Depot-A“ einen hohen Anteil an liquiden Wertpapieren vor. In Deutschland weisen inzwischen alle Laufzeiten von Bundeswertpapieren bis einschließlich 8 Jahren negative Renditen auf. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen befindet sich mit 0,12 Prozentpunkten nur noch knapp über der Nulllinie. Damit schrumpft die Zinsmarge erheblich: Schließlich sind die Zinseinnahmen der Sparkassen eine Mischung aus den sicherlich am höchsten verzinsten Überziehungs- und Dispokrediten, aber auch den in der Regel weniger hoch verzinsten Raten-, Hypotheken- und Firmenkrediten sowie den oft negativ verzinsten Wertpapieranlagen.

Weil gerade in früheren Jahren höher verzinste Wertpapieranlagen bald fällig werden und nur zu deutlich niedrigeren Zinsen angelegt werden können, stehen die Zinsmargen aller Kreditinstitute in Deutschland in den nächsten Jahren unter Druck. In Hessen sollen die Sparkassen deshalb ihre Anlagen im Depot A verringern und vor allem das Konsumentenkreditgeschäft forcieren.

Das aber wird nur begrenzt helfen. Die Sparkassen mit ihrem großen Filialnetz und auch die VR-Banken werden sich schwer tun, in den nächsten Jahren die Kosten aus der Marge von Kreditzinseinnahmen einerseits und Zinsaufwendungen für Guthaben anderseits zu erwirtschaften. Deshalb muss man kein Prophet sein: Die Zinsen auf das Sparbuch werden niedrig bleiben, eher noch sinken und vielleicht mancherorts doch ins Minus rutschen. Das würde den Kunden eine noch schlechtere Rendite bringen als das Geld in der Spardose.

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