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Sparkassen-Check : Diese Sparkassenchefs bekommen die hohen Boni

  • -Aktualisiert am

Ein Sparkassen-Logo. Bild: dpa

Mancher Sparkassen-Vorstand bekommt höhere Boni, als die Richtlinien empfehlen. Die F.A.Z. hat mit dem Rechercheverbund Correctiv erstmals alle verfügbaren Sparkassengehälter ausgewertet.

          Für die Sparkassen in NRW sind die Spielregeln eigentlich klar: Kein Vorstand sollte eine Prämie erhalten, die höher liegt als 15 Prozent seines Festgehaltes. Das haben die beiden Sparkassenverbände in NRW festgelegt. Trotzdem hielten sich sieben Vorstände im Jahr 2014 nicht an diese Richtlinie – und kassierten zum Teil deutlich mehr. In Hessen lag sogar der Bonus von fast jedem dritten Sparkassenchef über diesem Richtwert.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Sparkasse Köln-Bonn hat ihrem kompletten Vorstand einen Bonus von gut 22 Prozent genehmigt. Der Vorsitzende Artur Grzesiek bekam neben einem Festgehalt von 590.600 Euro im Jahr 2013 noch weitere 137.500 Euro als Prämie ausgezahlt. Das sind fast 50.000 Euro mehr, als die beiden Sparkassenverbände in NRW als Richtwert festgeschrieben haben.

          Direkt nebenan, in Leverkusen, erhielt der ehemalige Chef Manfred Herpolsheimer satte 26 Prozent seines Festgehaltes als Bonus. Macht 2014 allein 103.000 Euro zusätzlich – 42.000 Euro mehr als vorgesehen. Nach einem Streit ist der Vertrag von Herpolsheimer im April 2016 vorzeitig aufgelöst worden. Eigentlich hätte er noch bis September 2019 bleiben sollen. Die Abfindung ist nicht bekannt.

          Die Sparkasse Märkisches Sauerland Hemer-Menden bezahlte ihrem Vorsitzenden einen Bonus von 23 Prozent. Dietmar Tacke, schon seit 1999 im Vorstand, bekam 62.000 als Prämie. Der Betrag liegt 22.000 Euro über dem vorgesehenen Grenzwert.

          Die Stadtsparkasse Haltern am See zählt mit rund 100 Mitarbeitern zu den kleinsten Sparkassen in Deutschland. Dementsprechend ist das Gehalt der Vorstände vergleichsweise überschaubar. Im Vorstand sitzt Jutta Kuhn, die für ihre Arbeit im Jahr 2013 113.000 Euro bekam. Der Bonus von 23.000 Euro entspricht einem Fünftel Ihres Grundgehaltes. Das sind 6.050 Euro mehr als die beiden Sparkassen-Verbände in NRW empfehlen.

          Wie werden die Boni festgelegt?

          Dazu muss man wissen: Die Richtlinien der nordrhein-westfälischen Sparkassenverbände sind nicht verbindlich. Das Aufsichtsgremium einer Sparkasse, der Verwaltungsrat, hat am Ende das finale Wort. Die Lokalpolitiker entscheiden über das Gehalt. Nach welchen Kriterien entscheiden die Politiker?

          Für die Sparkasse Märkisches Sauerland war 2013 ein schwieriges Jahr. Sie hielt knapp die schwarze Null und machte nur 120.000 Euro Gewinn. Im Folgejahr waren fast 5 Prozent aller Unternehmenskredite notleidend. Ein schlechter Wert im Vergleich mit anderen Sparkassen. Den Vorständen könne dennoch „eine Leistzungszulage von bis zu 25 Prozent des Grundgehaltes gewährt werden“, sagt Christian Wingendorf, Sprecher der Sparkasse Märkisches Sauerland. Dafür zahle die Sparkasse geringere feste Bezüge als vom Verband empfohlen. Diese geringen Bezüge gleiche man durch eine höhere variable Vergütung aus.

          Welche konkreten Ziele Vorstand Dietmar Tacke für seine 23 Prozent Bonus erreichen musste, beantwortet der Sprecher nicht. Der Jahresgewinn scheint bei der Bewertung aber offenbar keine Rolle zu spielen.

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