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Sparkassen-Check : Deka bekämpft ihre Aktienfonds-Schwäche

Ringt um das Vertrauen der Kunden: Dekabank in Frankfurt Bild: dpa

Die Fondsgesellschaft der Sparkassen hat Fondsmanager ausgetauscht und das Risikomanagement verbessert. In diesem Jahr haben ihre Aktienfonds in der Abschwungphase nicht so stark verloren.

          Viele Jahre lang hat die Dekabank Sparkassenkunden mit der schwachen Wertentwicklung ihrer Aktienfonds enttäuscht. Jetzt glaubt die Fondsgesellschaft der Sparkassen, die Schwierigkeiten in den Griff bekommen zu haben. „Früher waren unsere Fonds nur gut in Phasen, in denen die Aktienkurse gestiegen sind. In richtungslosen Märkten und vor allem in Crash-Phasen wie nach der Lehman-Insolvenz im Herbst 2008 oder in der Euro-Krise im zweiten Halbjahr 2011 haben die Aktienfonds der Deka zu vergleichbaren Aktienindizes und Fonds unserer Wettbewerber schlecht ausgesehen“, gibt Dekabank-Chefanlagestratege Frank Hagenstein zu.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Deshalb habe die Deka 2013 Maßnahmen ergriffen mit dem Ziel, in allen Marktphasen Mehrwert zu schaffen, erzählt Hagenstein im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. In diesem Jahr sei das bisher gelungen. „Als der Dax zwischen April und September von mehr als 12.000 auf 9400 Punkte gefallen ist, haben viele Deka-Aktienfonds besser abgeschnitten als die Vergleichsindizes“, berichtet Hagenstein und fügt hinzu: „Das macht uns stolz, denn das haben wir in einem Bärenmarkt zuvor so noch nie geschafft.“

          Es wäre höchste Zeit, dass die Deka die Schwäche ihrer Aktienfonds beseitigt. Denn sie rückt in der Sparkassenfinanzgruppe immer stärker in eine Schlüsselrolle. Schließlich droht wegen der niedrigen Zinsen ein Ertragsrückgang. Bis 2019 werde der Gewinn einer durchschnittlichen Sparkasse um 20 Prozent sinken, weil die Zinsmargen zwischen Einlagen und vergebenen Krediten schrumpfen, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband vorhersagt. Durch den Verkauf von mehr Wertpapieren wollen die Sparkassen mehr Gebühren kassieren und einen Teil dieses Zinsertragschwunds wettmachen.

          Dabei sind die Sparkassen auf keinem schlechten Weg: Von Januar bis August haben sie Deka-Fonds für 7,3 Milliarden Euro an ihre Kunden verkauft, im gesamten Jahr 2014 waren es nur 5,4 Milliarden Euro gewesen. Damit winken den Sparkassen 2015 höhere Einnahmen im Wertpapiergeschäft. „Das ist ein großer Erfolg, aber nur die erste Etappe“, sagte Sparkassenverbandspräsident Georg Fahrenschon dieser Tage zu Sparkassenvorständen und spornte sie weiter an: „Ich bitte Sie, das Thema Wertpapiergeschäft in allen Häusern hoch zu priorisieren und von den besten Instituten zu lernen. Es geht, wenn man will.“

          Viele Deutsche gelten als Aktienmuffel. Hinzu kommt, dass der Gesetzgeber mit Bürokratiemonstern wie dem Beratungsprotokoll die Kosten treibt. Viele Sparkassen bieten deshalb keine Beratung zu einzelnen Wertpapieren mehr an, wohl aber zu Fonds. Dazu hat die Deka selbst allein 180 neue Verkaufsberater eingestellt, die sie in die Sparkassenfilialen entsendet. „Wenn man mit Sparkassenvorständen spricht, erfährt man, dass das gut ankommt. Diese Vertriebsoffensive ist ein Erfolg, sie hat den Wertpapierabsatz der Sparkassen mit nach vorne gebracht“, urteilt Markus Thiesmeyer, Partner der Unternehmensberatung Zeb. Allerdings sollte man meinen, dass sich auf Dauer nur gute Aktienfonds gut verkaufen lassen.

          Umso ärgerlicher ist es, dass die Deka gerade mit ihren großen Aktienfonds immer wieder Schwierigkeiten hat – etwa Anfang des Jahrtausends und noch einmal Anfang dieses Jahrzehnts. Hagenstein, seit Oktober 2006 Mitglied der Geschäftsführung der Deka Investment, traf einige harte Entscheidungen, nachdem er im Oktober 2012 Chief Investment Officer und damit verantwortlich für alle Aktien- und Anleihefonds wurde. „Zunächst mussten wir die Freiheitsgrade der Fondsmanager beschränken, um die Aktienfonds zu stabilisieren. Dann haben wir einige Fondsmanager ausgewechselt und sie durch neue Kollegen auch von außen ersetzt, die stärker im Risikomanagement sind“, erläutert Hagenstein.

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          Für eine Fondsgesellschaft wie die Deka sei wichtig, dass sie Manager mit unterschiedlichen Anlagestilen habe. „Früher hatten wir vor allem Fondsmanager, die so gut wie nie mit dem Abriss eines starken Aufwärtstrends gerechnet haben. Ähnlich wie Analysten mit ihren Unternehmensgewinnschätzungen waren wir fast immer zu optimistisch. Wir haben oft zu früh gekauft und hatten auf dem Tiefpunkt keine Mittel mehr, um zuzukaufen“, erinnert sich Hagenstein.

          Mit ihrer (zu) offensiven Ausrichtung waren viele Deka-Aktienfonds zwar in Aufschwungphasen gut gelaufen. Aber eine überdurchschnittliche Wertentwicklung in steigenden Märkten fällt weniger auf als eine überdurchschnittlich schwache Wertentwicklung in fallenden Märkten. „Gerade in Bärenmärkten, in denen die Nerven der Kunden ohnehin angespannt sind, ist es wichtig, nicht mehr zu verlieren als der Markt“, sagt Hagenstein.

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