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Neue Investitionsmethode : Die SPACs holen sich den Speck

Immer zuversichtlich sein: Der Bulle als Symbol für Börsenoptimismus lockt Unternehmen an. Bild: Wolfgang Eilmes

Zwei der drei neuen Börsenmäntel in Frankfurt haben ein Übernahmeziel gefunden. Die Hüllen füllen sich jetzt also.

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          Nach der Hülle kommt jetzt die Fülle: Zwei der drei in Frankfurt notierten neuen Börsenmäntel haben Übernahmekandidaten gefunden, die auf diesem Umweg auf dem Kurszettel landen sollen. Die Gesellschaft 468 Capital verhandelt über ihren SPAC mit dem Jungunternehmen Boxine über eine Übernahme, wie beide Seiten mitteilen. Für den Anbieter digitalen Kinderspielzeugs wird nach Darstellung der SPAC-Gesellschaft eine Marktkapitalisierung von rund einer Milliarde Euro angenommen.

          Klaus Max Smolka
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit kommt der SPAC-Platz Frankfurt jetzt richtig in Schwung: Seit Jahresbeginn sind drei SPACs (Special Purpose Acquisition Companies) an die hiesige Börse gekommen – und zwei von ihnen beginnen schon ihre Existenzberechtigung nachzuweisen. Anfang des Monats nämlich hatte der SPAC Lakestar des Investors Klaus Hommels eine Absichtserklärung zur Übernahme des deutschen Ferienhausvermittlers und Airbnb-Konkurrenten HomeToGo bekanntgegeben. Lakestar war im Zuge der SPAC-Renaissance im Februar als erste leere Unternehmenshülle in Frankfurt aufs Parkett gegangen und hatte dabei 275 Millionen Euro eingesammelt.

          Drei Spacs: Das ist erst der Anfang

          Hinter 468 Capital steht unter anderem der frühere Rocket-Internet-Vorstand Alexander Kudlich. Als dritter SPAC ist in Frankfurt das Vehikel OboTech des Immobilienunternehmers Rolf Elgeti notiert. Investmentbanker prognostizieren für den Rest des Jahres noch mehr Neulinge. Sven Baumann, Leiter des deutschen Investmentbankings in der amerikanischen Bank Citi, sprach im April von bis zu zehn SPACs. Armin Heuberger, der für die schweizerische UBS das Kapitalmarktgeschäft in Deutschland und Österreich führt, sah für die Zahl in Europa in diesem Jahr einen „Korridor von dreißig bis sechzig“ und in Frankfurt „zehn bis zwanzig“.

          Die leeren Hüllen sammeln an der Börse zunächst Kapital ein, um anschließend auf die Suche nach einer Unternehmensakquisition zu gehen. Das Zielunternehmen wird im Anschluss mit der Hülle verschmolzen und über den SPAC an die Börse gebracht.

          International sind nach Kalkulation der Investmentbank Goldman Sachs momentan 421 SPACs global mit einem Kapital von 130 Milliarden Dollar auf Übernahmejagd. Die wiederbelebte Mode ist aus den Vereinigten Staaten hierhergeschwappt, und Amerika dominiert weiter das Geschehen – auch wenn das Geschäft dort gerade abebbt, nachdem sich die Aufsichtsbehörde SEC anschickt, die Konstrukte strenger zu überwachen. Nach Daten der amerikanischen Investmentbank JP Morgan stieg die Zahl der neugelisteten US-SPACs 2020 gegenüber Vorjahr auf 231 und damit mehr als das Vierfache. Das erste Quartal dieses Jahres allein übertraf das schon, mit 291, aber der April und Mai brachten zusammengenommen nur noch 28. „SPACs – riesige Summen Kapital, aber in letzter Zeit eine Normalisierung der Lage“, resümierten in einer Präsentation diese Woche Tibor Kossa und Christopher Droege, Ko-Leiter für das Fusions- und Übernahmegeschäft von Goldman Sachs in Deutschland und Österreich

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