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F.A.S. exklusiv : So viel wollen die Deutschen für Weihnachtsgeschenke ausgeben

Nicht das „richtige“ Geschenk? Viele neigen zum Umtausch. Doch das kommt nicht bei jedem gut an. Bild: dpa

Die Inflation befällt auch das Weihnachtsfest: Viele Menschen wollen bei den Geschenken sparen. Was für eine Bescherung.

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          Es ist schon ein Jammer. In den Gassen und auf den Weihnachtsmärkten wird es dieses Jahr wohl nicht so prunkvoll funkeln und leuchten wie sonst in der Adventszeit üblich. Energie sparen ist schließlich angesagt. So mancher mag zu Hause nun auch zwei Weihnachtspullis übereinander tragen, um nicht zu frieren – und dafür Heizkosten zu sparen. Und um die Vorfreude noch ein bisschen mehr zu vermiesen: Unter dem Weihnachtsbaum könnten dieses Jahr weniger Päckchen, oder zumindest weniger wertvolle, liegen.

          Sarah Huemer
          Redakteurin im Ressort „Wert“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Denn etwa die Hälfte der Menschen hierzulande möchte dieses Jahr weniger für die Weihnachtsgeschenke ausgeben. Das zeigt eine Studie des Marktforschungsinstituts Appinio, die der F.A.S. exklusiv vorliegt. Knapp ein Drittel der Befragten plant zwischen 101 Euro und 200 Euro für die Geschenke ein. Ein weiteres Drittel will weniger als das ausgeben. Nur etwa 20 Prozent wollen für ihre Liebsten mehr als 200 Euro ausgeben. Und der Rest weiß es noch nicht – oder verschenkt einfach gar nichts, was ja durchaus in einigen Familien zu Weihnachten üblich ist.

          Die Preissteigerungen wirbeln die Deutschen jedenfalls ziemlich auf. Über 90 Prozent der Befragten bereitet die Inflation Sorge. Nicht einmal jeder Zehnte hat das Gefühl, sich gleich viel leisten zu können wie noch vor einigen Monaten. Besonders bei den Lebensmitteln klagt fast jeder Befragte über höhere Preise. Darauf folgen Strom, Gas und Benzin. Jeder Dritte findet, dass der Urlaub teurer geworden ist.

          Nur bei Luxuswaren wie Uhren und Schmuck beschwert sich kaum jemand. Da haben gerade einmal 12 Prozent angegeben, dass sie hier höhere Preise wahrnehmen. Das mag aber auch daran liegen, dass sich einige Menschen ohnehin nicht in die Einkaufssphären von Louis Vuitton, Rolex und Co. vorwagen. Denn teure Marken kann oder will sich ohnehin nur jeder Zehnte leisten.

          Sparen, wo es nur geht

          Lieber wird fleißig gespart. Die Mehrheit der Menschen greift nun beim Einkaufen zu anderen Marken oder Waren, besonders bei den Lebensmitteln, bei Kosmetika und Hygieneprodukten oder bei Kleidung sowie bei Schuhen. Und es landet auch grundsätzlich weniger im Einkaufskorb. Besonders bei elektronischen Geräten, Klamotten, Möbeln und beim Reisen schränken sich jeweils etwa 60 Prozent ein und kaufen weniger davon.

          An manchen Traditionen halten die Menschen hierzulande bisher aber trotzdem fest. Das Geld, das übrig bleibt, stecken sie weiterhin ins Sparschwein oder legen es auf das Girokonto. Das macht die Hälfte der Menschen. Etwa 25 Prozent suchen bei Zinsanlagen wie etwa dem Tagesgeld oder Festgeld ein bisschen Rendite. 17 Prozent haben auch einen Bausparvertrag. Mehrfachnennungen waren bei dieser Frage möglich.

          Wie hartnäckig die Menschen so weitermachen, wird sich erst noch zeigen. Denn zumindest plant ein Drittel, die eigene Anlagestrategie zu ändern. Und ein weiteres Drittel hat sie sogar schon angepasst. Insgesamt hat die Hälfte der Studienteilnehmer angegeben, das eigene Geld langfristig anzulegen. Davon wiederum wählen 45 Prozent der Befragten Aktien, 28 Prozent Gold und 24 Prozent Immobilien.

          Dann eben an die Umstände anpassen

          Manche Menschen hingegen geben zurzeit mehr aus, als sie sich eigentlich leisten können. Jeder Vierte hat bei Einkäufen eine Ratenzahlung in Anspruch genommen. Und mehr als jeder Zehnte muss einen Verbraucherkredit zurückzahlen.

          Angesichts der trüben Aussichten könnte man nun fast fragen: Sollen wir Weihnachten dieses Jahr vielleicht einfach absagen? Aber nein. Schließlich schmeckt der Punsch immer, wenn auch dieses Jahr lieber günstiger selbst gemacht statt teuer auf dem Markt gekauft. Andächtig das „Stille Nacht“ zu singen kostet ebenso nichts (höchstens dem ein oder anderen ein paar Nerven). Und auch das fröhliche Beisammensein am Heiligen Abend vermag der Inflation zu trotzen. Vielleicht wird es dann doch eine ganz schöne Bescherung.

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