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Praxis-Test : Was taugen Einkaufslisten-Apps wirklich?

Spieglein, Spieglein in der Hand: Ist das die schönste Orange im ganzen Land? Bild: Getty

Die Digitalisierung erreicht auch den klassischen Einkaufszettel. Sollen wir jetzt auch noch unsere Einkaufslisten mit dem Smartphone schreiben?

          5 Min.

          Einkaufslisten gibt es vermutlich schon, seit die Menschen das Schreiben gelernt haben. Selbst in den Trümmern von Pompeji, der im Jahr 79 durch einen Vulkanausbruch zerstörten römischen Stadt am Golf von Neapel, haben Archäologen Inschriften als Gedächtnishilfen für den Einkaufsbummel gefunden, zum Beispiel in der sogenannten „Herberge des Fabius“. Dort heißt es, sehr marktwirtschaftlich gleich mit Preis- und nicht etwa mit Mengenangaben versehen: „Trockenobst für einen Denar, Brot für zwei Asse, Weizen für zwei Asse, Datteln für ein As, Weihrauch für ein As, Käse für zwei Asse, Olivenöl für sieben Asse.“

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          So eine Liste ist schnell geschrieben, das schaffen schon Grundschüler. Auch die Anforderungen ans Material sind überschaubar. Man braucht dafür einen Bleistift, Kugelschreiber oder Füller, zur Not tut es auch ein Lippenstift. Ob die zu besorgenden Waren auf einem eigens dafür vom Block gerissenen Notizzettel aufgeschrieben werden oder aber auf einem alten Briefumschlag, auf einem Blatt Toilettenpapier oder auf dem unbedruckten Rand einer Zeitungsseite, ist für die Zweckerfüllung genauso egal wie die Ästhetik des Schriftbilds. Hingeschmiert oder kalligraphisch ausgefeilt, Hauptsache, entzifferbar. Überhaupt ist die Einkaufsliste eine bemerkenswert anspruchslose Kulturleistung. Es gibt, anders als etwa beim Flughafenbau, für das Einkaufslistenschreiben noch nicht einmal Brandschutzauflagen.

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