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Short Fonds : Den Bären schmeicheln

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          1 Min.

          Ein Internet-Fonds, der in den vergangenen zwölf Monaten einen Wertzuwachs von 90 Prozent aufweist, ist von einem anderen Planeten, oder aber ein Short-Fonds. Die amerikanische Gesellschaft Potomac Funds kann ihre Performance sehen lassen, allerdings nur bei den Short-Fonds. Bei den klassischen Fonds, die auf steigenden Kurse setzen, stehen dicke Minuszeichen wie bei den meisten Wettbewerbern.

          Und auch die Short Fonds sind auf Sicht von drei Jahren natürlich in den roten Zahlen. „Wir sagen unseren Kunden nicht, in welche Richtung sich der Markt bewegen wird. Wir stellen ihnen nur die Produkte zur Verfügung, mit denen sie den Markt sowohl auf der Longseite als auch auf der Shortseite handeln können“, sagt Dale Schmidt, Portfoliomanager bei Potomac Funds.

          Inverse Benchmarken

          Die vier angebotenen Short Fonds sind passiv gemanagt, das heißt sie orientieren sich an Indizes. Benchmarken „in umgekehrter Richtung“ sind der Nasdaq 100, der S&P 500, der Russell 2000 und der Dow Jones Internet-Index. Während „normale“ Fondsmanager Aktien entsprechend der Gewichtung in den Indizes kaufen, tätigen Portfolio-Manager der Short Fonds Leerverkäufe. „Manchmal verkaufen wir auch Futures oder kaufen Puts und verkaufen Calls“, erklärt Schmidt seine Arbeit.

          Nachdem das Geschäft Ende 1999 fast eingeschlafen ist, erfreuen sich die Short Fonds in der Baisse wieder großer Beliebtheit. „In der Hausse gab es wenig Anleger in den Short Fonds. Wenige aggressive Aktienkäufer sicherten mit Short Fonds ihre Gewinne ab. Einige vorausblickende Anleger sagten sich auch, dass der Markt nicht ewig so weiter laufen kann und kauften Short-Fonds“, so Mark Edwards vom Potomac Fonds. Aber vor März 2000 sei das Interesse sehr gering gewesen.

          Wenig Interesse am Nasdaq-Fonds

          Mittlerweile seien die Short Fonds jedoch heißt begehrt. Die Börsenbaisse spiegelt sich auch in den Fondsportfolios bei Potomac wider. Zum Jahresbeginn 2000 vereinigte noch der Nasdaq-100-Fonds das größte Vermögen innerhalb der Potomac-Familie. „Mittlerweile zählt er zu den kleinsten Fonds und der Small Cap Short, der den Russel 2000 nachbildet, ist die beliebteste Geldanlage unserer Kunden“, so Schmidt.

          Den Vorteil von Short Fonds im Vergleich zu direkten Leerverkäufen sehen die Portfolio-Manager in der Verlustbegrenzung. Denn während beim direkten Shorten theoretisch der Verlust unbegrenzt sei, bilde beim Fonds der Kapitaleinsatz die Obergrenze.

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