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Börse : Sell in May and go away?

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Die Anleger sind etwas zurückhaltend. Bild: dpa

Die Anleger sind nach einem freundlichen Wochenauftakt am Dienstag wieder etwas vorsichtiger.

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          Nach einem freundlichen Wochenauftakt ist am Dienstag am deutschen Aktienmarkt schon wieder die Luft raus. Der Dax sackte im frühen Handel ins Minus ab, zuletzt verlor er 0,38 Prozent auf 15.178,20 Punkte. Damit setzten sich die Schwankungen des Leitindex im Bereich zwischen 15.000 Punkten und des Rekordhochs von 15.501 Zählern fort.

          Laut der Landesbank Hessen-Thüringen ist es beachtenswert, wie beharrlich sich der Dax in den vergangenen Wochen oberhalb der 15 000er Marke gehalten hat. Charttechnisch haben die Helaba-Experten aber nun ihre Bedenken, zumal es dem Dax am Montag erneut nicht gelungen sei, die kurzfristig relevante 21-Tage-Durchschnittslinie nachhaltig zu überwinden. Sie verwiesen auch auf die Saisonalität: Gemäß der Börsenweisheit „Sell in May and go away“ soll der Mai ein guter Monat sein für einen vorübergehenden Rückzug.

          Am breiteren deutschen Markt verlor der MDax mit den mittelgroßen Werten außerdem 0,47 Prozent auf 32.757,02 Punkte. Der Eurozonen-Index Euro Stoxx dagegen bewegte sich zuletzt knapp im Minus.

          Auf der Unternehmensseite sorgten einmal mehr Quartalsberichte für Gesprächsstoff - unter anderem bei den Infineon -Aktien, die nicht von leicht angehobenen Jahresprognosen des Chipkonzerns profitieren konnten. Diese überraschten am Markt nicht mehr groß, hieß es. Die Papiere sackten um 3,4 Prozent ab. Die Tech-Branche, ein Gewinner der noch schnelleren Digitalisierung in der Corona-Krise, stand am Dienstag insgesamt eher unter Druck.

          Entsprechend kamen auch andere Aktien von Pandemie-Profiteuren unter Druck, im Dax galt dies für Delivery Hero mit einem Minus von 1,2 Prozent.

          Deutlicher zeigte es sich aber im M-Dax mit Kursrutschen vor allem bei Teamviewer und Hellofresh . Gute oder gemischte Quartalszahlen konnten hier den Aktien keinen Rückenwind geben, sie sackten um bis zu fünf Prozent ab. Bei Teamviewer enttäuschte die Umsatzentwicklung.

          Die Landesbank Helaba verwies in ihrem Morgenkommentar auf eine sinkende Inzidenzzahl in Deutschland. Jeder vierte Landkreis liegt mittlerweile wieder unter der Zahl von 100 und damit unter der Schwelle für die sogenannte Bundes-Notbremse. Eher gefragt waren unter diesen Umständen die Aktien der Lufthansa , dem wohl größten Sinnbild eines unter der Pandemie leidenden. Die Papiere rückten am Morgen um 2,3 Prozent vor. Fraport-Aktien legten um eineinhalb Prozent zu.

          Nicht eindeutig war die Reaktion auf die Zahlen von Vonovia , die Papiere des Immobilienkonzerns drehten nach freundlichem Start mit 0,8 Prozent ins Minus. Hier hieß es am Markt, die Papiere würde gebremst von den derzeit steigenden Marktzinsen. Die können Bauen teurer machen und auf den Bewertungen von Immobilien lasten.

          Die Papiere des Diagnostikkonzerns Qiagen waren derweil im M-Dax nach Zahlen eine positive Ausnahme mit Plus einem halben Prozent. Das Unternehmen hatte besser abgeschnitten als erwartet.

          Ein größerer Gewinner waren im M-Dax die Siemens Healthineers-Titel mit plus 1,2 Prozent. Hier gab eine Kaufempfehlung durch die Deutsche Bank Rückenwind. Analyst Falko Friedrichs sieht die Medizintechniker vor einem starken Gewinnwachstum und glaubt, dass der bereits erhöhte Unternehmensausblick konservativ ist

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