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Schuldenkrise : EZB-Ratsmitglied denkt über Zinssenkung nach

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Das Euro-Symbol vor dem EZB-Gebäude in Frankfurt. Bild: Irl, Maria

Gerade erst hat die Europäische Zentralbank sich entschieden, die Zinsen konstant zu halten - jetzt geht die Diskussion wieder los. Ratsmitglied Ewald Nowotny hat darauf hingewiesen, dass die Notenbank bei einer weiteren Verschärfung der Schuldenkrise die Zinsen senken kann.

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          Die Europäische Zentralbank (EZB) ist laut Ratsmitglied Ewald Nowotny bei einer weiteren Verschärfung der Krise in der Lage, an der Zinsschraube zu drehen. „Wir haben geldpolitische und liquiditätspolitische Möglichkeiten zur Verfügung“, sagte Nowotny am Freitag. Auf die Frage nach der Aussicht auf eine Zinssenkung im kommenden Monat sagte er: „Wir legen uns nie vorher fest, wir sehen gestiegende Abwärtsrisiken für das Wachstum. Wir müssen eventuell reagieren, sollten sich die Risiken für das Wachstum verfestigen“, ergänzte er. Ein Einlagenzinssatz von null Prozent sei vorstellbar. Derzeit liegt der Satz, zu dem Banken Geld bei der Zentralbank über Nacht parken können, bei 0,25 Prozent - die EZB hatte ihn auf ihrer letzten Sitzung am Mittwoch dabei belassen.

          Es wäre besser, wenn Spanien Hilfe für seine angeschlagenen Banken so schnell wie möglich in Anspruch nehme, sagte Nowotny. Außerdem könnte die Euro-Zone eine Bankenunion schmieden.

          Weder ein Wiederaufleben des Staatsanleihen-Ankaufprogramms der EZB noch eine weitere langfristige Geldspritze für die Zentralbanken zeichne sich derzeit am Horizont ab, sagte Nowotny weiter. Die EZB hielt ungeachtet des enormen Drucks von Politik und Finanzmärkten ihr Pulver trocken. Sie beließ am Mittwoch ihren Leitzins trotz der fragilen Lage in Griechenland und Spanien und der hohen Nervosität an den Börsen bei einem Prozent. Laut EZB-Chef Mario Draghi hatten jedoch einige Führungsmitglieder der Notenbank für eine Zinssenkung plädiert.

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